Dr. Jörg Kuhn

Der Bildhauer, Kunstgewerbler und Maler Otto Lessing

Versuch einer kurzen Würdigung zum Leben und Schaffen eines Künstlers im Hochhistorismus unter Einbeziehung einer historischen biographischen Skizze aus dem Jahr 1944

Teil 3:

Der nachfolgende Text wurde vom Verfasser vorliegenden Beitrags für die 1994 fertiggestellte Werkmonographie zu Otto Lessing[47] erstmals transskribiert und für die 1994 erfolgte Publikation im Jahrbuch des Vereins für die Geschichte Berlins mit zahlreichen Anmerkungen versehen. Für die vorliegende Überarbeitung des Textes wurden die in der Zwischenzeit erarbeiten neuen Erkenntnisse eingefügt.

Hans Koberstein, "Mein Onkel Otto"

Wenn auch Onkel Otto die Behauptung meiner Mutter, er habe bei ihrer Trauung über die scheidende Schwester geweint, dahin korrigierte, daß seine engen Lackschuhe die Ursache seiner Rührung waren, so ist doch das Verhältnis von Onkel zu Mutter doch ein ganz besonders herzliches und liebes gewesen. Wie alle Brüder Lessing der Schwester in seltener Treue anhingen.[48] Onkel Otto ist mit meinen frühesten Erinnerungen verknüpft, da er in seiner Junggesellenzeit sehr oft bei uns in Dresden erschien - nie ohne sich durch Vorraussendung eines wunderbaren Roastbeefs oder Filets anzumelden und Mutti nachmittags im Zweispänner durch die Landschaft kutschieren zu lassen. Die Weihnachtstage gehörte er zu den liebsten Gästen. Mir war es ein großer Trost, als ich vor dem Nicolausbebend auf den Knien meine Verschen stammelte, daß der große Mann auch Bange hatte - so legte ich mir damals die Tränen aus, die in Onkels Augen glänzten. Er war für uns Kinder der Onkel. Hatte er doch neben allen Vorzügen zwei große Erlebnisse gehabt, welche uns den Atem nahmen, wenn darüber dramatisch berichtet wurde. Erstens hatte ein Einbrecher seine Woh­nung um vieles erleichtert und zwotens war Onkel im großen Krieg 70 - 71 als Offizier mitgewesen. Etwas höheres gab es doch gar nicht !?. Vater hatte den Schwager sehr gern und schätze ihn ob seiner vielseitigen Begabung besonders hoch. So zogen sich die Frühschoppen der beiden oft lange hin und Mutter bangte um den schwarz gewordenen Braten. Bruder und Gatte kamen dann nie ohne Sühnegabe heim. Die Türe zu Mutters Grollstübchen wurde dann im Spalt geöffnet und beide Sünder kollerten leise Apfelsine um Apfelsine ins Zimmer bis Mutter Bertha das Lachen bekam und Alles vergnügt zu Tisch ging.

 Otto Lessing gab in der Zeit die Bauornamente Berlins bei Wasmuth heraus von denen die Eltern stets ein Exemplar erhielten.[49] Diese Sammlung wurde die Ursache meines Interesses für die Künste und des Ornaments im Besonderen. Gab sie mir doch die ersten Anregungen zu meinen schüchternen Versuchen Schranktüren etc. in meinem Stübchen zu verschönern. Um seine Hände für Tuschpinsel und Zeichenstift elastisch zu erhalten, pauste O. L. in Sammlungen und Bibliotheken ungezählte ornamentale Motive aus alten und seltenen Werken, wodurch mit der Zeit eine hochoriginelle und reiche Sammlung zusammenkam; dies kopierte Mutti teilweise, aus deren Mappen ich mir wieder Nahrung holte. So wurde O. L. mein Lehrer von Kindesbeinen an. Er hat später meine Fortschritte aufmerksam verfolgt und am Ende des sechsten Akademiesemesters bekam ich einen sehr netten Brief von Onkel: "Wenn Du kein Frosch bist, kommst Du als Gehilfe zu mir !".zum Seitenanfang

Ich war kein Frosch, klappte Staffelei und Malbretter zusammen und wurde Berliner. Am 26. Februar 1886 landete ich auf dem Anhalter Bahnhof in der neuen Heimat. Beeindruckt von der Breite und Größe dieses damals neuen Bauwerks[50] nahm ich eine Droschke zweiter Klasse, um der Königin-Augusta-Str.[51] zuzustreben. Nach dem Großstadttreiben eine stille Gegend, die W. 54. Schräg gegenüber die Villa v. d. Heydt auf deren Veranda sich an warmenTagen die Mitglieder der chinesischen Gesandtschaft sonnten, die Frauen wie Puppen anzuschauen.[52] Und nun 54[53] selbst mit einer herrlichen Platane in der Hofeinfahrt und rundgeschnittene Akazien im Vorgarten. Im Erdgeschoß hauste: 1. Herr Münchow, trank gern fremde Schnäpse, war aber sonst sauberer Atelierdiener der Künstler im 3. Stock[54]. 2. Frau Münchow, wusch brav die Wäsche und besorgte das große Frühstück mit 10 Pfennig Aufschlag beim Viertel Schinken für Junggesellen. 3. Fräulein Münchow war ein sehr häßliches Mädchen.

Drunten im Paterre der Besitzer des Hauses, ein reizender liebenswürdiger alter Meister - Herr Professor Hans Gude[55], Landschaftsmaler und Gatte einer noch reizenderen Frau Betzy geb. v. Anker[56], dabei eine nette harmlose Tochter[57]. Als Teilhaber der Wohnung sind vor Allem noch zu nennen der skandinavische Legationssekretär Ove Gude mit Gattin[58], beide jung und amüsant, bald mein Schwarm. Im ersten Stock traf ich Geh. Sta. Rösing[59] und Frau und 8 Kindern - das wars! Auch Verwandte - sintemalen Frau Rösing, eine geb. von Ammon, die jüngste Schwester von Tante Marie Lessing, der Gattin von Onkel Louis Lessing, dem rechten Bruder von Großvater C. F. L. war.[60]zum Seitenanfang

Rösings sollten mir viel werden, da ihr großer, harmloser Jugendverkehr mir das Zuhause am schönsten ersetzte. Im zweiten Stock endlich Otto Lessing, welcher sich mit der ältesten Tochter von Hans Gude - Sigrid - verheiratet hatte, die ihm mit großer Liebe anhing. An Kindern begrüßten mich zwo Vettern und eine niedliche Base. Fritz war 5, ein Bild von einem Jungen, Hans 3 Jahre alt, während Karen gerade das 9te Wiegenfest beging.[61]

Der Anfang war schwer. Die Kinder waren zu jung, aber gute Zuhörer und -Schauer beim Märchenerzählen oder Kasperletheater. Sie waren ein sehr helles Publikum, welches, wenn ich heute von roten Zügeln der Luxuskutsche der Prinzessin sprach während ich tags zuvor diese blau geschildert hatte: Sofort gab es heftigen Protest. Ich arbeitete nicht nur für Onkel, sondern lebte auch bei ihm. Altersgenossen lernte ich erst nach und nach durch Rösings kennen. Mein Haupttrost blieb mein neues Schaffen, welches mich bald voll in Anspruch nahm. Es galt nach Onkels Entwürfen zwo große Banner - St. Georg und St. Michael darstellend - für die Ausstellung am Kantiansplatz nach Quadraten in zehnfache Größe zu übertragen.[62] Ich schwitzte Blut und Angst, fand aber Onkels Zufriedenheit am Schluß. Von da ab habe ich ohne jede Trübung unseres herzlichen Verhältnisses mit und für ihn schaffen dürfen. Es gab große und interessante Arbeiten. Fest imBetrieb, spürte ich bald, wie mir dieses Schaffen lag, das große und dekorative mit all seinem Farbenzauber und unerschöpflichen Phantasien aus Historie und Allegorie. Es folgte die Facade Leipziger Straße - des Hauses zum Kayser, wo ich für die Mosaiken einige Kinderfiguren nach meinen Skizzen ausführen durfte.[63] Die Studien malte ich im Garten und wart eines Tages Zeuge einer Unterhaltung der Großstadtkinder. Helenchen Rösing saß aufmerksam schauend in der Mitte, um sie herum Fritz u. Hans Lessing und (...)[64] Gude, alle mit den Fingern die Mäulchen soweit auf wie möglich reißend, renomierten die Jungens mit ihren Goldplomben!!!. Eine besonders ergötzliche Periode war die Arbeit im großen Kuppelraum der Gr. B. K. A.[65], in welchem außer Lessing noch viele Maler und Bildhauer beim Aufbau des Entwurfes von Kayser und v. Großheim tätig waren. Es war ein erfreuliches Klübchen, fleißig bei der Arbeit und fröhlich beim Mahle. Es war meine erste Gerüstarbeit mit allem Zauber der Improvisation. Onkel war ganz reizend. Zu dieser Arbeit hatte Lessing auch seinen Schwager C. C. Schirm[66] aus Breslau hinzugezogen. Einen größeren Gegensatz wie diese Männer konnte man sich nicht denken. O. L., ganz Künstler, schüttelte alles aus den Ärmeln, immer originell und großzügig. Schirm wog die Farben ab, berechnete alles sehr tiggelich - sehr trocken. Das Beste an ihm war seine Frau Gunhild Gude, sehr hübsch und lebhaft. Äußerst musikalisch, bewirkte sie auch, daß Onkel, welcher ehedem sehr talentvoll Klavier gespielt hatte, wieder dem Instrument vertraut wurde und viel vierhändig musicierte. Auch Ove Gude kam dann gerne herauf und sang von seiner Frau begleitet sehr schöne Lieder von Grieg, Sinding u.a.. Leider mußte Onkel die Musik später ganz aufgeben, weil sein Gehör stark nachließ.[67]zum Seitenanfang

Ein kleines Erlebnis wäre hier einzuschalten. Fritz[68] erzählte bei Tische von der Schule und gebrauchte dabei zwo mal das Wörtchen "überhaupt". Onkel unterbrach ihn: "Lasse doch das dumme Wort überhaupt, wie kannst Du überhaupt "überhaupt" sagen, ist überhaupt unsere Sprache so arm, ist sie im Gegenteil nicht überhaupt überreich !?". Hier brauchte jener eine Atempause und Fritz krähte: "Ja - überhaupt der Papa !". Onkel konnte bis zu Tränen la­chen. Als Chef hochanständig, war er sehr herzlich - mehr wie ein größerer Bruder zu mir. Stets bereit, mich freundschaftlich in jeder Lage zu beraten. Ganz besonders nett war er als Gastgeber immer vornehm und generös. Dabei stets heiter und liebenswürdig.

Für meine Tätigkeit als Gehilfe erhielt ich je R.M.[69] 30 die Woche, wodurch mir die Freude wurde, Mutti monatlich R.M. 50 senden zu können, so an Onkels Stelle tretend, welcher diese Hilfe der Schwester seit Vaters Erkrankung geleistet hatte[70]. Da ich meine Freizeit stets daheim oder im Familienkreis zubrachte, brauchte ich kaum etwas für mich, sodaß ich das Geld anstehen ließ und dadurch Ende 1887 R.M. 3000 erspart hatte, mit welchem ich 87-88 sehr anständig den jungen Mars spielte. Hierzu ist zu bemerken, daß meine Einnahmen, nachdem ich eingearbeitet war, sich erhöhten, da ich auch selbständige Malereien übertragen bekam, welche extra honoriert wurden. So die Ausmalung des Erbprinzlichen Palais in Dessau, die Wandmalereien im "Dortmunder" Berlin[71], usw..

Onkel selbst arbeitete damals neben seinen bildhauerischen Aufgaben auch viel in echtem Metall wie Ehrenschilde, Tafelaufsätze, Prunkbecher usw. wobei ihm Prof. Bastanier[72] mit schönen Emaillen zur Hand ging, zu denen Onkel auch die Vorlagen machte. Daneben wurden Kartons gezeichnet für Mosaiken in natürlicher Größe und ein großer Gobelin gemalt für den Audienzsaal in Dessau.

 Eine Goldgrube war das große Atelier für dekorative Bildhauerei nebst Gießerei, welche in vollem Flor standen. In den siebziger Jahren hatte sich Onkel auf Anraten seiner Freunde aus Architektenkreisen, welche sein großes Talent für das Dekorative erkannten, entschlossen, ein solches Atelier aufzumachen. Vor allem Kayser und v. Groszheim gingen ihm mit Rat und Tat zur Hand. Sie sorgten für Aufträge, begutachteten Kostenvoranschläge und gaben zu dem einen tüchtigen Bauzeichner, welcher auch die Durchführung gut beherrschte, Herrn Th. Oeser, dazu als Geschäftsführer.[73] Ich fand die Ateliers und die Gießerei im Ateliergebäude im Gudeschen Garten, wo das ganze Erdgeschoß sowie das weiträumige Parterre in Gebrauch waren. Nach dem Garten zu lag noch ein kleiner Raum mit Pergolen, wo Oeser residierte - das Büro. Die Wände zierte dort eine große Zahl Schädel von Rossen, Waffen und Hufeisen, von denen die Fama umherging, daß es die Köpfe von Architekten waren, welche sich an Lessings Busen genährt hätten.zum Seitenanfang

Morgens 6 Uhr klirrten schon die Wagen durch die Einfahrt, Material bringend oder abholend. Sommers über wurde oft im Freien im Hinterhof gearbeitet, da unzählige Bildhauer eingestellt waren, welche an den Ornamenten und anderen dekorativen Einzelheiten schafften. Daneben gingen Onkel junge Collegen beim Aufbau bezw. Ausführung großer figürlicher Gruppen hilfreich zur Hand (Boermel, Gebrüder Cauer etc.)[74]. Eine besondere Abteilung bildeten mehrere ältere Mitarbeiter, welche Modellskizzen von besonders riesigen Facaden oder Innenräumen in verkleinerten Maßstäben mit aller Freiheit der Ausführung anfertigten.[75] So damals die Kuppelhalle der Ausstellung, welche wir später auch für den Entwurf der farbigen Tönung benutzten. Man meldete sich liebend gerne bei Onkel zur Arbeit, er zahlte anständig und was mehr wog, der Nachweis im Atelier Lessing gearbeitet zu haben - war eine vorzügliche Empfehlung geworden. Mit größtem Respekt begegneten Onkel Schüler und Arbeiter. Dem Gerücht nach hatte Lessing beim Beginn des Ateliers einen renitenten "Collegen" kurzerhand vor die Tür getragen - doch neben seiner imponierenden Erscheinung war es vor allem sein Künstlertum, das den Leuten imponierte.

Gerade der kleine Mann empfindet oft den Zauber der Künste feiner als viele der sog. gebildeten Leute, welche zu gern offen bekennen: "Von Kunst verstehe ich nichts !". Gerade im Dekorativen hatten viel unbegabte Pfuscher sich breit gemacht, sodaß dieser "talentvolle Kerl" von den Verstehenden als ein Segen für das Fach empfunden wurde. Mit Onkel war ein echter Künstler auf den Platz getreten, welcher hebend und fördernd wirken mußte den ganzen Stand auf höchstes Niveau zu tragen.

Onkel veranlaßte mich ein halbes Jahr das K. G. M.[76] aufzusuchen und bei Prof. Max Koch mich mit der Technik der Wasserfarben, Leim-, Tempera- und Casein­farben vertraut zu machen und unter Kochs Aufsicht Arbeiten für Dessau und die "Dortmunder" auszuführen. Im Herbst 1887 verließ ich das liebe Haus am Kanal[77] und bevölkerte als Garde Pionier die Köpenicker Straße. Sonntags war ich ständiger Gast an Onkels leckerer Tafel. Mein Genosse dabei war H. Lessing[78], der jüngste Bruder von Onkel. H. leistete sich eine Taktlosigkeit, durch welche ich ein scharfer Gegner wahlloser Aufbewahrung alter Briefe wurde. Nach Großmutter Lessings Tod[79] hatte man die Masse der zurückgelassenen Antwortbriefe in 5 Teile geteilt, sodaß Mutter und die vier Brüder je einen Teil ohne Sichtung bekamen. Eines Tages, als Onkel dem Bruder Vorhaltungen wegen einer Ungehörigkeit machte, zog H. alte Briefe aus der Tasche und begann sie vorzulesen - alles Briefe, die Onkel Otto vor Jahrzehnten an seine Mutter gerichtet hatte.- Man soll solche Briefe nie aufheben. Jeder hat schwache Stunden wo ihm die Feder ausrutscht. Es schon schlimm, daß der Empfänger sie lesen muß, am Bösesten aber, wenn solche Schreiberei für Ewigkeiten aufgehoben wird. Briefgeheimnis !!. Man sollte es machen vor allem für die, welche man lieb hat.- Aber das war eine unglückliche Ausnahme, das Verhältnis blieb sonst ungetrübt. Nach Tisch machten wir selbdritt lange Spaziergänge aufs freie Feld, welches sich vom Buden umsäumten Nollendorfplatz bis zum Grunewald dehnte. Die Stadtseite der Kurfürstenstraße war Außengrenze von Berlin !.[80]zum Seitenanfang

Während meiner Dienstzeit hatte Onkel leider viel Ärger mit seinen Helfern, so daß er sich entschloß, die malerischen Arbeiten ganz aufzugeben, zumal er bildhauerisch schon überlastet war. So sprach er sich mit mir sehr nett dafür aus. Ich wurde selbständig !. Erhielt ein kleines Atelier mit einem Abstellraum für Rahmen und Scizzen. Dazu die Einrichtung meines Zimmers, nur anstelle des Feldbettes eine Couch. Als Betriebskapital bekam ich R.M. 400. Damit zog ich um, um fortan ein freies Mitglied der artig fröhlichen Künstlerbevölkerung zu sein. Wie schwer das zu Beginn und wie glücklich das später weiterging, wird an anderer Stelle berichtet.[81]

Mein Verkehr bei Onkel ging lebhaft weiter, war doch nur der Gudesche Garten zwischen uns gekommen. Im Sommer, wenn Onkel allein hauste, habe ich oft und gerne die Mahlzeiten mit ihm geteilt. Eines Tages gab es Blumenkohl; ich fand zwo große Raupen und glaubte sie ganz heimlich zu Tage gefördert zu haben und ließ sie in die Gurken fallen, als Onkel liebenswürdig fragte: "Ist Du die nicht gern ? Vorhin hast Du zwo doch noch größere mit den Gurken verspeist." Der Tag war noch sehr nett.

 Eine große Freude für O. L. war die Schaffung des Denkmals seines großen Ahnen Gotthold Ephraim.[82] Der alte Kaiser strich persönlich auf einem Plan die Bäume, welche der Tiergarten dem Standbild opfern mußte. Auch wünschte er am Sockel der Denkmalsscizze - an der Rückseite, wo die Kritik die Geißel schwingt, die Sphinx fortzulassen. Es gäbe ungelöste Rätsel genug in der Welt, als das man noch neue dazu komponieren müßte!. Die Einweihung war sehr feierlich und ehrenvoll für Onkel.[83] Abends war ein Festmahl mit vielen illustren Gästen, darunter auch Treitschke[84], welchem ich Grüße von Vater überbrachte. Der berühmte Historiker war leider schon so taub, daß ich ihm alles aufschreiben mußte. Er war sehr freundlich.

An einem Geburtstag von O. L. war ein jeder der Verwandten soviel früher geladen worden, wie er erfahrungsgemäß zu spät zu kommen pflegte - den Tag kamen alle pünktlich ! Tante Sigrid war verzweifelt, weil sie das Essen doch auf den Letzten eingestellt hatte. Noch lustiger wurde ein Gastmahl zu welchem wir bösen Buben eine Stunde zu früh geladen worden waren. Das Raubtierhaus im Zoo vor der Fütterung war still gegen unser Hungergebrüll. Onkel amüsierte sich herrlich - er nahm nie übel.zum Seitenanfang

Eines Abends bei Huth[85]: wir waren zu fünft nach einer Gesellschaft dort eingekehrt um noch ein Glas Rotwein zu trinken. Aus dem Glas wurden 5 Flaschen. Onkel schlug vorm Bezahlen - Auswürfeln vor. Begeistert wurde der Knobelbecher geschwungen. Konrad verlor zwo mal, Heinrich einmal, desgleichen ich und Louis Lessing jr.[86] die fünfte. Onkel war der einzige, der nichts zu zahlen hatte. Er verabschiedete sich lachend und zog heim. Wir Armen stürzten die Geldbeutel. Mit Ach und Krach fanden sich die benötigten Gelder zusammen für die Milch des Alters, die wir sooo fröhlich durch die Kehle gegossen hatten. Man rief den Ober, er erschien und sah das Geld und schüttelte lachend sein Haupt: "Herr Professor hat schon alles beglichen. Er läßt schön grüßen". Gott, haben wir ihn da lieb gefunden!!!.

Arbeit für mich gab es auch weiter bei Onkel, als infolge des Lessingdenkmals[87] das norwegische Zimmer eingerichtet wurde, zu welchem ich im K. G. M. Studien gemacht hatte. Ich malte die Füllungen der Dachluke aus. Otto Sinding[88] stiftete in ein blindes Fenster eine wundervolle nordische Hainlandschaft. Der Raum lag sehr isoliert !. Wie oft und wie gerne ist da pokuliert[89] worden!?.

Weiterhin habe ich später in Oybin ein wunderhübsches Bauernhaus für Onkel ausmalen dürfen.[90] Gleichso habe ich im Eßzimmer des schönen Hauses im Grunewald die Paneelfüllungen geschmückt.[91]

Onkel hatte seine Leute auch für echten Stuck geschult, den man an Ort und Stelle direkt antrug. 1903 hat er mir zu Dahlen[92] in meiner Diele eine wunderschöne Decke antragen lassen und zum Geschenk gemacht.

Seine Schüler waren über ganz Deutschland verteilt[93], er als Meister hoch angesehen - nur die liebe Familie hat immer und immer wieder den armen Mann gequält - ohne Ausnahme - arbeitete alles an ihm, das Stuckgeschäft aufzugeben. Blöde Gesellschaft!. - Ohne Ahnung, wie glücklich ihn gerade das Handwerkliche die Mittel schaffte, nach eigenem Geschmack künstlerischen Gedanken nach zuhängen. Onkel wußte was er an seinen Bauten hatte, litt bitter unter dem Unverstand, wurde weich und gab am Ende nach.zum Seitenanfang

Die Folgen haben ihm später Recht gegeben. Befördert wurden diese Ereignisse durch Oesers totales Versagen.[94] An der Jahrhundertwende kamen zwo Riesenaufträge zusammen in Lessings Atelier. Raschdorffs Dom und Wallots Reichstagsbau.[95] Über zehn Jahre hat das Arbeit gegeben - und dies eine ganze Menge. Oeser aber schlief langsam ein. Ihm gefiel diese Zeit ausnehmend. Er verreiste viel, bezog ein schönes Gehalt ohne arbeiten zu müssen. Alt und bequem geworden, ließ er seine Besuche bei den Architekten ganz unter den Tisch fallen, sodaß am Schluß der großen Arbeit fast jede Fühlung mit der jungen Bauwelt abgebrochen war.

Selbstredend war Onkels Ruf bedeutend, künstlerische Aufträge wurden ihm reichlich zu Teil, aber so tragend konnten sie nie werden, wie die s. Zt. so leicht neben her geformten handwerklichen Arbeiten.[96]

Onkel als Lehrer war neben seiner Schulung der Phantasie für gründliche und solide Arbeit, Feind jeder Pfuscherei. Aus der Tiefe des Gemüts hielt er zur Natur als Muster aller Meister. Er zeichnete fabelhaft sicher, beherrschte die Form souverän. Seine Reliefs, modelliert oder gemalt, waren für mich wundervoll im Aufbau. Meister des Ornaments, hatte Onkel ein wunderfeines Gespür für Maße und Linien. Neben klassisch schönen Körpern konnte er entzückende Kleinkunst sprechen lassen.[97] Besonderer Farbensinn unterstützte ihn bei allen malerischen Arbeiten. Seine Decke im Völkerkundemuseum gibt dafür das schönste Exempel.[98] Bis zum Ende hat er noch anziehende farbige Kompositionen aus der Märchenwelt geschaffen.

Seine Ausspannung und Erholung fand Onkel im Freundeskreis, im Streifen durch Gottes Natur als froher Jägersmann und in der Literatur. Neben Verwandten umgab ihn noch ein Kreis bedeutender Männer, die durch ihre Interessen ihm viel geistige Anregung brachten. Felix Koenigs[99], der kunstsinnige Bankier, Franz Schwechten[100], der fidele Rheinländer und glänzende Architekt, Prof. Prell[101], der geniale Künstler und Jul. Stinde, der "Notar der Buchholtzen"[102] gehörten zum Kreis. Zur Jagd lockte eine eigene Pachtung und die Jagdgründe von Meseberg.[103] Lessings Bibliothek barg neben wunderbaren Werken über Kunst und Kunstgewerbe eine Sammlung bester moderner Schriftsteller. Ein Liebling von Onkel war Mark Twain, aber auch über Dickens Pickwicker habe ich ihn herzlich lachen hören. Die guten französischen Romane von Dumas fils, Maupassant und Zola habe ich durch ihn kennengelernt, während Tante Sigrid für die nordischen Dichter eintrat und mich mit Björnson, Ibsen und Strindberg bekannt machte.zum Seitenanfang

Über die Denkmale brauche ich nicht zu berichten. Lessing schuf - um es kurz aufzuzählen, neben dem Lessingdenkmal in Berlin, dem Shakespeare für Weimar, Luther für Hamburg[104], Moltke-Gedenkstele Berlin[105] auch viele Porträtbüsten, den Hercules Brunnen am Lützowplatz[106], nach dessen Enthüllung viel junge Frauen in Berlin W. auf Pfändung klagten, da sie durch ihn erst erfuhren wie ein Mann in Wirklichkeit aussehen sollte !. Der Rolandbrunnen[107]. Ich sehe noch wie Onkel lachte, als ich ihm das Duett aus einer Revue[108] mitbrachte, welches ein Liebeslied zwischen der Riesen Victoria der Siegessäule und dem kleinen Roland enthielt. Markgraf Sigismund in der Siegesallee[109]. Die Brunnen am Marstall[110]: Prometheus und Perseus und Andromeda und vieles andere mehr. Sie alle zeugen für sein unsterbliches Künstlertum.

Am 22. 11. 1912 schloß Onkel die müden Augen. Wir - die beiden Söhne Fritz und Robert, die Brüder Konrad u. Heinrich und ich geleiteten den Toten nach Hamburg, wo er den Flammen übergeben wurde[111]. Die Hansestadt führte uns nach St. Nicolai[112]. Die Kirche war von Onkel nach einem zerstörenden Brande mit großen Marmorreliefs - religiösen Inhalts - reiche figürliche Kompositionen - ausgeschmückt worden.[113] An ihrem Hauptportal hielt Onkels Luther machtvoll die Wache. Ein wundervolles Orgelconzert erklang als letzter Gruß für den verehrten Künstler. Dann haben wir im Krematorium den klugen Worten eines Predigers gelauscht und sind voll liebenden Erinnerungen heimgefahren.[114]

»Angedenken an das Gute,
hält uns immer frisch bei Mute.
Angedenken an das Schöne
Ist das Ziel der Erdensöhne,
Angedenken an das Liebe,.
Glücklich, wenns lebendig bliebe.
Angedenken an das Eine,
Bleibt das Beste, was ich meine!«

(Goethe)

 Des Künstlers Ruhm künden die Werke u. ich wollte dem liebenswerten Menschen in dankbarem Erinnern gerecht werden.

Ihm sind diese Zeilen gereicht.

 Hans Koberstein, October 1944.

zum zweiten Teil Teil 2 Linie zum Seitenanfang

Adresse des Autors:
Dr. Jörg Kuhn
Salzburger Straße 6
D-10825 Berlin

[47] Ich danke meiner Kollegin Dr. Susanne Kähler, Berlin, für die hilfreiche Unterstützung bei der Transskription.

[48] Lessings Brüder waren Karl (1847-1922, Major), Konrad (1852-1916, Maler) und Heinrich (1856-1930, Maler). Eine weitere gemeinsame Schwester, Ida, starb 1854 einjährig. Konrad und Heinrich hatten sich nach ihrer Ausbildung in Karlsruhe und Berlin in Berlin niedergelassen. Heinrich arbeitete verschiedentlich mit Otto Lessing zusammen und wurde von diesem, da selbst wenig erfolgreich, finanziell unterstützt.

[49] Großformatige Tafelbände mit jeweils 100 Abbildungen: O. Lessing, Ausgeführte Bauornamente Berlins, Berlin (Verlag Ernst Wasmuth) 1877-1880. Ders., Ausgeführte Bauornamente der Neuzeit, Berlin (Wasmuth) 1882-84. Es folgten mehrere ergänzte Auflagen bis 1892.

[50] Der von Franz Schwechten 1875-1880 errichtete Bau wurde am 15. Juni 1880 eingeweiht. Lessing schuf die Ornamente der Kaiserlichen Warteräume (zerstört).

[51] Die seit 1853 so benannte Straße am Schafsgraben (Landwehrkanal) ist heute in ihrem Verlauf geändert. Heute teilweise aufgegangen in den Straßen Reichspietschufer, bzw. von der Heydt-Straße.

[52] Die am Nordufer des Landwehrkanals gelegene Villa von der Heydt, 1860-62 im Auftrag des preußischen Handelsministers August v. d. Heydt nach Entwürfen von Gustav Adolf Linke und Hermann Ende errichtet, wurde nach dem Tod des Ministers 1874-90 an die chinesische Gesandschaft vermietet. Seit 1980 ist die Villa Sitz des Präsidenten und der Hauptverwaltung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (V. d. Heydtstraße 16-18). Die Loggia befindet sich an der Ostseite in Höhe des Hauptgeschosses (Vgl.: Berlin Handbuch. Lexikon der Bundeshauptstadt, Berlin 1992, unter "Villa Von-der Heydt").

[53] Koberstein irrt. Die Hausnummer lautete 51, später 53.zum Seitenanfang

[54] Im dritten Stock lebten der Porträt- u. Genremaler Richard Scholz mit seiner Frau Agnes, sowie H. F. Gudes Sohn, der Landschafts- u. Porträtmaler Nils Gude (1859-1908, verheiratet mit Agnes Scholz (1863-1929)), ein Schüler von Karl Gussow in Karlsruhe. N. Gudes Porträt Otto Lessings, ehemals in der Sammlung C. R. Lessing, Berlin, ist verschollen.

[55] Hans Fredrik Gude (1825-1903), norwegischer Landschafts- u. Marinemaler. 1841 Schüler von Andreas Achenbach in Düsseldorf. Bis 1846 im Privatatelier W. F. Schirmers tätig. 1854 Nachfolger Schirmers an der Düsseldorfer Akademie. Nach dem Tod Schirmers 1863 trat Gude 1864 dessen Nachfolge an der Akademie Karlsruhe an. 1875 heiratete Otto Lessing Gudes Tochter Sigrid. Von 1880 bis 1903 war Gude Leiter des Meisterateliers für Landschaftsmalerei an der Akademie in Berlin. Sein Grabmal in Kristiania/Oslo schmückt ein von Lessing geschaffenes Porträtmedaillon.

[56] Betsy Gude (1830-1912) war die Tochter eines norwegischen Generals und einer Hofdame der dänischen Königin. Gegen den Widerstand des Vaters heiratete sie 1848 Hans Gude. Ihre Schwester war mit norwegischen Geologen Theodor Kjerulf verheiratet, dessen Porträtbüste Lessing 1884 schuf (Olso, Universität). Lessing modellierte um 1890 eine genrehafte Porträtgruppe seiner Schwiegereltern (Vgl. A. Schulz, Skulptur der Neuzeit, Berlin 1900, Serie II, Tafel 46).

[57] Betsi Gude, seit 1889 mit Prof. Max Friedrich Koch verheiratet.

[58] Luise (Lilli) Gude, geb. von Eckeberg (1856-1900).

[59] Geheimer Staatsrat Rösing, Jurist am Justizministerium.zum Seitenanfang

[60] Der in Königswinter am Rhein ansässige Unternehmer und Fabrikant (und zeitweilige Besitzer des säkularisierten Klosters Maria Laach) Carl Gotthold Louis Lessing (1817-1897) heiratete 1855 Marie von Ammon (1833-1923). Der Bruder von Marie Lessing und Frau Rösing, Siegfried von Ammon (1835-1903), Geheimer Bergrat und Minister für Handel und Gewerbe, wohnte im Grunewald (Cronbergerstraße 7-10) bis zu seinem Umzug (1900) nach Bonn in Lessings Nachbarschaft. Er war verheiratet mit Ludmilla Röchling, Schwester des mit Lessing bekannten Malers Carl Röchling, erste Mieter der Kolonie Grunewald.

[61] Friedrich Karl (*1879), Hans Martin (*1881), Ida Caren (*1877).

[62] Banner nicht erhalten. Am Cantiansplatz (Heute steht dort der Komplex des Pergamonmuseums) befand sich bis 1886 die provisorische Ausstellungshalle der Akademie der Künste.

[63] Gemeint ist das 1885/87 nach Entwurf von Kayser & v. Groszheim errichtete Geschäftshaus der Lebensversicherungsgesellschaft "New York" in der Leipzigerstraße 124/Ecke Wilhelmstraße. Die Firma Engelbert Kayser (Kunstgewerbliche Arbeiten, insbesondere aus "Kayser-Zinn"; E. Kayser war der Bruder des Architekten Heinrich Kayser), deren Kölner Stammhaus 1884 von den gleichen Architekten entworfen und mit Mosaiken von Otto Lessing geschmückt worden war, unterhielt im Erdgeschoss des Berliner Hauses eine Zweigstelle. Die Fassaden waren im 3. und 4. Geschoss mit Glasmosaiken der venezianischen Firma Antonio Salviati nach Entwürfen von Otto Lessing geschmückt. Dargestellt waren neben den Kobersteinschen Kinderfigurenfriesen und barockem Ornamentwerk überlebensgroße Personifikationen der Städte, in denen die Gesellschaft "New York" Niederlassungen unterhielt - Paris, New York, Berlin, London, Rom und Wien. Das Gebäude ist zerstört.

[64] Im Original unleserlich. Es dürfte sich um den Sohn von Legationsrat Ove Gude (1853-1910) und Luise (Lilli) Gude, geb. Eckeberg (1856-1900) handeln. Daten nach dem Familiengrab Gude in Olso, für das Otto Lessing ein bronzenes Doppelporträt seiner Schwiegereltern geschaffen hat (erhalten).

[65] Große Berliner Kunstausstellung (seit 1893). Die jährliche Ausstellung der Akademie der Künste und des Vereins Berliner Künstler fand zumeist seit 1885/86 im Ausstellungspalast am Lehrter Bahnhof statt. Zum 200jährigen Bestehen der Akademie wurde das vorher bescheidene Gebäude umgebaut und von nahmhaften Bildhauern wie Otto Lessing, Gustav Eberlein, Peter Breuer, Nikolaus Geiger, Reinhold Begas, Alexander Callandrelli, Rudolf Siemering, Adolf Brütt, Johannes Pfuhl, Otto Geyer, Fritz Schaper und Joseph Kaffsack mit plastischem Schmuck ausgestattet. Repräsentativer Höhepunkt war die nach Plänen von Kayser & v. Groszheim angefügte Eingangs-Kuppelhalle.zum Seitenanfang

[66] Prof. Carl Coven Schirm (1852-1928), Landschafts- u. Marinemaler und Kunstgewerbler, Schüler von W. L. F. Riefstahl, K. Gussow, E. Hildebrand und Meisterschüler von Hans F. Gude in Karlsruhe heiratete 1882 Lessings Schwägerin Gunhild Gude. Von 1883-89 war er Vorstand des Meisteralteliers für Landschaftsmalerei am Schlesien Museum in Breslau. Schirm, der von 1889-1918 in Berlin wirkte, arbeitete bis 1907 mit Otto Lessing zusammen (u.a. 1902 am Rolandbrunnen für den Kemperplatz). An der Ausmalung des Kuppelbaues der G.B.K.A. war er neben Koberstein, Woldemar Friedrich (1846-1916), Max Thiele, Max F. Koch und Alexander Kips (1858-1910) beteiligt.

[67] Lessing hatte auf der Musikschule in Karlsruhe das Violin- und Klavierspiel erlernt. In Karlsruhe und auch später in Berlin musizierte er viel gemeinsam mit Anton v. Werner. Durch seine Kriegsverletzungen 1870/71 war sein Gehör so stark in Mitleidenschaft gezogen worden, dass er zunehmend ertaubte.

[68] Lessings ältester Sohn Friedrich. Später als Bauingenieur der Firma Philipp Holzmann in Frankfurt a. M. tätig. Nach dem Tod seiner Witwe, der Norwegerin Benedicta Heiberg (1882-1975), gelangte der in seinem Besitz erhaltene Teilnachlaß Otto Lessings an den jetzigen Eigentümer.

[69] R.M.= Reichsmark.

[70] Karl Koberstein erkrankte in den 1880er Jahren so schwer, dass er seinen Beruf als Schauspieler aufgeben mußte. Die zahlreiche Familie wurde von Otto Lessing finanziell unterstützt.

[71] Das ehemalige "Dreher´sche Bierhaus" in der Leipzigerstraße 109 wurde nach Entwürfen von Kayser & v. Groszheim 1886/87 als Lokal der Dortmunder Union-Brauerei neu errichtet und erhielt repräsentativ mit Malereien und plastischen Dekorationen Lessings ausgestaltete Räume (Vgl.: Berlin u. s. Bauten, 1896, Bd. III, S. 6).

[72] Prof. Ernst Bastanier (*27.1.1842), Kunstgewerbler. Auf Vermittlung von Königin Elisabeth von Preußen erhielt er eine Ausbildung an der Kgl. Porzellanmanufaktur. 1874 machte er sich selbständig und beschäftigte sich erfolgreich auf Anregung von Dr. Julius Lessing, dem Direktor des Kunstgewerbemuseums, mit der Emailletechnik. Seit 1887 lehrte Bastanier an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums. In seinem Atelier entstanden viele der Arbeiten nach Entwürfen Lessings, so auch der berühmte "Lessingsche Familienpokal" von 1885, für den Lessing auf der Metall-Kunstgewerbeausstellung Nürnberg eine goldene Medaille verliehen erhielt (Pokal in Familienbesitz). Zu Bastanier: G. Galland, Aus Berliner Werkstätten. In: Die Kunst-Halle, 1, 1895/96, S. 195-197, 211-213; Archiv der Hochschule der Künste, Akte Bestand 7, Nr. 12.zum Seitenanfang

[73] Der Architekt, Bauzeichner und "Kunst-Kenner" Theodor Oeser (+ Dezember 1908) bewohnte später eine repräsentative Villa in der Grunewalder Kollonie, Bismarckstraße 3. Er galt als die rechte Hand Lessings und vertrat ihn u.a. 1893 in Chicago auf der Weltausstellung (Siehe: o. V., Die Beerdigung des verstorbenen Herrn Architekten Theodor Oeser. In: Grunewald-Echo, IX, 4. Beiblatt, Nr. 51 vom Sonntag, den 20. 12. 1908).

[74] Eugen Boermel (1858-1932), Schüler von Eduard Lürssen und Reinhold Begas. Von 1879-1889 war er bei Lessing als Ornamentbildhauer angestellt (Vgl. Ausst. Kat. Ethos u. Pathos. Die Berliner Bildhauerschule 1786-1914, Hg. von P. Bloch, S. Einholz u. J. v. Simson, Berlin 1990, S. 47). Von den Bildhauerbrüdern Cauer arbeitete Emil Cauer d. J. (1867-1946) nachweislich für Lessing, möglicherweise auch seine Brüder Hugo (1864-1918) und Ludwig (1866-1947) (Vgl. Ethos u. Pathos, S. 67).

[75] Die genaue Anzahl der Mitarbeiter, Angestellten und "Meisterschüler" ist nicht bekannt, dürfte auch je nach Auftragslage verschieden gewesen sein. H. Gude spricht in seinen Lebenserinnerungen (1920, a.a.O.) von "zahlreichen Mitarbeitern". Zeitweise dürften wohl an die 60 Leute bei Lessing beschäftigt gewesen sein.

[76] Unterrichtsanstalt am Königlichen Kunstgewerbemuseum.

[77] Landwehrkanal.zum Seitenanfang

[78] Heinrich Lessing, Porträt- und Genremaler, ausgebildet vom Vater und Karl Gussow in Karlsruhe, siedelte 1879 nach Berlin über, wo er bis auf einen einjährigen Aufenthalt in Antwerpen ständig lebte (Halensee, Westfälische Straße 73). Arbeitete auch für Lessing, mit dessen finanzieller Unterstützung er Studien in Potsdam "am historischen Ort" betrieb (Siehe u.a.: F. Jansa, Deutsche bildende Künstler, Leipzig 1912, S. 367; Thieme/Becker/Vollmer, Allgem. Künstlerlexikon, Bd. 23 (1929), S. 129). Sein Porträt der kaiserlichen Familie befand sich im Marmorpalais im Neuen Garten.

[79] Ida Lessing, geb. Heuser (1817-1880) entstammte einer sehr wohlhabenden Köln-Gummersbacher Kaufmannsfamilie (Vgl.: Robert Steimel (Bearbtg.), Mit Köln versippt, Köln 1956, Bd. 2, S. 417). Das von O. Lessing gestaltete Grabmal der Eltern in Karlsruhe ist 1956 eingeebnet worden. Die Kunstsammlung C. F. Lessing wurde 1880 in Berlin im traditionsreichen Kunstauktionshaus Lepcke versteigert (Versteigerungskatalog 1880). Den künstlerischen Nachlass Lessings erwarb Joseph Longworth aus Cincinnnati/USA für 103220 Reichsmark und schenkte ihn dem Cincinnati Art Museum (vgl. Dominik Bartmann (Hrsg.): Anton von Werner, Jugenderinnerungen (1843-1870), Berlin (Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft) 1994, S. 318 (Kommentar erstellt von Karin Schrader). Siehe auch: Ausst.-Kat. C. F. Lessing, Zeichnungen aus dem Cicinnati Art Museum, Karlsruhe 1980 und Ausst. Kat. Carl Friedrich Lessing. Romantiker und Rebell, Hrsg. von Martina Sitt, Düsseldorf (Kunstmuseum) 2000

[80] Otto Lessing stattete dort mehrere Häuser mit dekorativen Stuckarbeiten aus, so: Nollendorfplatz 1; Villa Julius Rütgers, Kurfürstenstraße 136; Villa Otto Gabcke, Kurfürstenstraße 137; Haus des Landkreises Teltow, Viktoriastraße 18 (alle zerstört). Hinter der Kurfürstenstraße begann der Landkreis Teltow.

[81] Es hat sich bisher kein entsprechendes Manuskript finden lassen.

[82] Lessing hatte sich an der am 20. 3. 1886 ausgeschriebenen Konkurrenz um ein Berliner Lessingdenkmal beteiligt und nach verschiedenen vom Komitee unter Vorsitz von Carl Robert Lessing geforderten Änderungen den Ausführungsauftrag erhalten. Ursprünglich als Teil eines 1863 geplanten Schiller-Goethe-Lessing-Denkmals gedacht, wurde das Schillerdenkmal von R. Begas bereits 1871 auf dem Gendarmenmarkt, F. Schapers Goethedenkmal 1880 im Tiergarten aufgestellt. Die Aufstellung von Lessings Lessing, 1887-1890 geschaffen, erfolgte am 14. Oktober 1890 an der Lennéstraße im Tiergarten (1991 wieder hergestellt).

[83] Die Einweihungsrede hielt der vom Kaiser sehr geschätzte Literaturprofessor Erich Schmidt (1853-1913). Lessing wurde anläßlich der Enthüllung der Professorentitel verliehen. Die Episode mit der Einflußnahme Kaiser Wilhelms I. wird auch von Anton v. Werner in den Lebenserinnerungen "Erlebnisse u. Eindrücke", Berlin 1913 (S. 498) kolportiert.zum Seitenanfang

[84] Heinrich Gotthardt von Treitschke (1834-1896), Konservativer Historiker. Ab 1886 offizieller Historiograph des preuß. Staates ("Deutsche Geschichte im 19. Jahrhundert"), 1871-1884 Reichstagsabgeordneter, Gegner der Sozialdemokratie, Antisemit (Gegner Th. Mommsens) und Verfechter einer imperialen Machtpolitik. Seine Teilnahme an der Feier ist bezeichnend für die Lessingrezeption des späten 19. Jahrhunderts: Der bürgerliche Dichter Lessing wird gefeiert, aber sein aufklärerisches Werk, trotz Thematisierung am Deckmalssockel (Platte mit dem Text der "Ringparabel" aus Lessings 1779 geschaffenen Toleranzstück "Nathan der Weise") wurde mißachtet.

[85] Im Vorgängerbau des 1912 von Heidenreich & Michel in der Potsdamerstraße 139 (seit 1939 Nr. 5) errichteten, als Gebäude erhaltenen Weinhaus Huth.

[86] Dr. jur. Ludwig (Louis) Lessing (*1859 bis 1922?), Sohn von C. F. Lessings Bruder Louis. Seit 1892 verheiratet mit Luise Gosling (*1871) aus Königswinter.

[87] Also nach der Einweihung des Lessingschen Lessing-Denkmals am 14. 10. 1890

[88] Otto Sinding (1842-1909), Marine- und Landschaftmaler, Schüler von Hans F. Gude in Karlsruhe und Berlin Vermutlich Bruder des Bildhauers Stephan Abel Sinding (1846-1922), wie Lessing ein Schüler Albert Wolffs in Berlin. Otto Sinding war 1890 Mitglied im Verein Berliner Künstler. Zur Person Sindings siehe u.a.: Ausst. Kat. Anton v. Werner, a.a.O., Berlin 1993, S. 102, bes. Anm. 7 u. 10.

[89] Gezecht.zum Seitenanfang

[90] Lessing, dessen Familie vorher bevorzugt in Norwegen und Bad Heringsdorf (Ostsee) den Sommer verbracht hatte, erwarb ein Gutshaus in Niederobyn bei Zittau als Sommersitz. Das als "Lessinghof" bekannte Gebäude scheint nach 1945 völlig beseitigt worden zu sein.

[91] Gemeint ist die 1894 nach Plänen von Heinrich Jassoy (1863-1939) für Lessing von Heinrich Franssen (1849-1919) errichtete Villa Wangenheimstraße 10. Die Villa, im 2. Weltkrieg teilbeschädigt, wurde in den 1960er Jahren abgerissen und durch ein Altersheim ersetzt.

[92] Der Name ist im Originalmanuskript schlecht zu lesen. Möglicherweise hatte Koberstein in Dahlem (bei Berlin) ein Haus oder in Dahlen, Kreis Oschatz, einen Sommersitz.

[93] Zu Lessings bekanntsten Schülern zählten neben Boermel und Emil Cauer d. J. auch Hans Guradze (*1861), Lars Utne (*1862-1922), Ernst Pfeifer (*1868, Prof. für Bildhauerei in München), Roland Engelhard (*1869), Robert Saake (1874 bis 1959) und Wilhelm Gross (1883-1974).

[94] Oeser war seit etwa 1906 wegen schwerer Krankheit beurlaubt, erhielt aber von Lessing sein volles Gehalt ausbezahlt, was sowohl von Koberstein, als auch von Lessings Tochter Ida Caren in Briefen und Notizen bissigst kommentiert wurde.

[95] Lessings Zusammenarbeit mit Paul Wallot (1841-1912) am Reichstagsgebäude begann bereits 1883, die mit Julius Raschdorff (1823-1914) 1891. Allerdings dauerte die Ausstattung des Reichstags bis nach 1895, die des Domes bis nach 1906. So enstanden Lessings qualitätvolle Stuckreliefs für die Kuppelzwickel der Predigtkirche erst 1903 (Ausführung: W. Gross) und die drei Hauptportaltüren des Doms zwischen 1903-1906 (Stifung Familie Pintsch, Ausführung: Bildguß AG vorm. H. Gladenbeck, Berlin-Friedrichshagen).

[96] Bedeutende Auträge waren das Wolfgang Müller-Denkmal für Königswinter (1896, erhalten), das Kaiser-Wilhelm I. Denkmal für Hildesheim (1900, zerstört), das Shakespearedenkmal für Weimar (1903/04, erhalten), Reliefs für die Lessingbrücke im Tiergarten (von August Jäkel nach der Einschmelzung im 2. Weltkrieg 1983 nachgeschaffen), die Ausstattung des Schauspielhauses Berlin (u.a. Reliefs der Ränge und 6 Dichterbüsten, 1904-06, zerstört), 11 Dichterbüsten für das Großherzogl. Hoftheater in Meiningen (1909-1911, erhalten. Vgl. Jörg Kuhn, Lessing in Meiningen. Eine Walhalla für Meiningen - Otto Lessings Künstlerbüsten. In: Spektakel (Zeitung des Meininger Theaters und des Meininger Tageblattes), Dezember 1991, S. 2). zum Seitenanfang

[97] Vgl. u.a.: Kat. der Großen Berliner Kunstausstellung 1903, S. 82 f.; Kunst-Halle, 8, 1902/03, S. 340 f.; Maximilian Rapsilber, Otto Lessing. In: Das deutsche Landhaus, 5, 1909, S. 83-87.

[98] Für das 1881-1886 nach Plänen Hermann Endes (1829-1907) errichtete Völkerkundemuseum an der Königsgrätzerstraße (Stresemannstraße)/Ecke Prinz Albrecht-Straße (Käthe Niederkirchner-Straße) schuf Lessing 37 farbige Kartons für die Glasmosaiken der Eingangskuppelhalle. Während das Gebäude 1961/62 abgebrochen wurde, haben sich Lessings Entwürfe teilweise im Depot der Alten Nationalgalerie erhalten.

[99] Felix Koenigs (1846-1900), Bankier, Direktor des Bankhauses Delbrück & Co., Nachbar Lessings in der nach ihm benannten Koenigallee im Grunewald. Koenigs sammelte bevorzugt zeitgenössische und alte Kunst und besaß auch eine Reihe von Emaillebildern Lessings. Lessing reiste mit Koenigs auch nach Venedig, um dort Gemälde zu erwerben (Freundliche Mitteilung von Herrn Dr. Hartwig Fischer, Paris).

[100] Franz H. Schwechten (Köln 1841-1924 Berlin). Arbeitete mit Lessing verschiedentlich zusammen (u.a. am Anhalter Bahnhof, Kaiser Wilhelm-Gedächtniskirche, Ständehaus Merseburg, Kreishaus Teltow).

[101] Prof. Hermann Prell (1854-1922), Historienmaler und Bildhauer. Lessing arbeitete mit Prell u.a. zusammen an der Ausstattung des Schlesien Museum Breslau. 1887-91 schuf er eine Büste des Freundes (Dresden, Staatl. Kunstsammlungen "Albertinum"). Die handschriftlichen Lebenserinnerungen ("Annalen") Prells, die auch einige Hinweise auf Lessing beinhalten, werden zur Zeit von Herrn Hartwig Fischer, Paris, für eine Publikation bearbeitet.

[102] Julius Stinde (1841-1905). "Erfinder" der Berliner Kleinbürgerfamilie Buchholtz, die er in seinen amusanten Erfolgsromanen um die Welt reisen läßt. In seinem Roman "Buchholtzens in Italien" von 1880 erwähnt Stinde auch Otto Lessing als Bauplastiker.zum Seitenanfang

[103] 1885 hatte Lessings Onkel Carl Robert Lessing dem Baron v. Hövel Gut und Schloß Meseberg bei Gransee abgekauft und darin ein Lessingfamilienmuseum eingerichtet. 1901 vermachte er den Besitz seinem Sohn Gotthold (1861-1919). Dessen Witwe Anna (1870-1938), Tochter des Berliner Oberbürgermeisters Robert Zelle (1829-1901), stellte Lessings Sohn Otto Robert (Bob) als Gutsverwalter ein. Durch den Verkauf der Vossischen Zeitung 1911 an den Verlag Leopold Ullstein ohne sichere Einnahmen und durch die Weltwirtschaftskrise finanziell geschwächt, mußte Anna Lessing Meseberg 1931 verpachten und 1934 verkaufen. Lessing schuf 1903 eine Büste Robert Zelles, die 1904 im Kreuzberger Viktoriapark als Denkmal aufgestellt wurde (verschollen).

[104] Vermutlich wurde Lessings 1903 für eine nicht bekannte Konkurrenz geschaffenes Luther-Modell 1910 für Hamburg realisiert. Das überlebensgroße - erhaltene - bronzene Denkmal wurde am 19. 10. 1912 an der Nordwand des Turmes der Michaliskirche enthüllt.

[105] Als Generalfeldmarschall Helmuth Graf Moltke am 24. April 1891 verstarb, wurde Lessing ins Generalstaabsgebäude am Alsenplatz gerufen, um die Totenmaske abzunehmen. Nach der Maske entstand 1891 eine lebensgroße Halbfigur Moltkes in Marmor, die, zuerst in der Halle der Villa Lessing aufgestellt, nach Lessings Tod von der Generaltät angekauft wurde (verschollen).

[106] Planung mit Ludwig Hoffmann seit 1897/98. Enthüllung am 11. 11. 1903. Der bei der Berliner Bevölkerung sehr beliebte Brunnen wurde im 2. Weltkrieg beschädigt und nach 1950 restlos zerstört.

[107] Im Auftrag des Kaisers schuf Lessing diesen Brunnen als Abschluß der "Siegesallee" (Seit 1877 hatte dort Hugo Hagens ab 1862 geplanter "Wrangelbrunnen" gestanden, der 1902 an die Grimmstraße umgesetzt wurde). Einweihung am 25. 8. 1902. Zu Zeiten A. Döblins, der den Rolandbrunnen in seinem Roman "Berlin Alexanderplatz" erwähnt, war dieser bereits zum "Dekor" einer Straßeninsel herabgekommen. Im 2. Weltkrieg beschädigt, wurde der Brunnen nach 1950 völlig zerstört.

[108] Bekannter war Ruggero Leoncavallos zeitgleich komponierte Oper "Der Roland von Berlin", entstanden nach dem gleichnamigen Roman von Willibald Alexis.zum Seitenanfang

[109] Koberstein irrt. Lessing schuf die Gruppe "Albrecht Achilles" für die Siegesallee. Eingeweiht am 28. 8. 1900, abgeräumt 1954. Figuren beschädigt im Lapidarium am Landwehrkanal erhalten.

[110] Für den 1897-1901 nach Plänen Ernst E. v. Ihnes (1848-1917) errichteten Neuen Marstall am Schloßplatz schuf Lessing die gesamte Bauplastik (bis auf Reste an der spreeseitigen Fassade zerstört). Besondere Beachtung fanden seine beiden Nischenbrunnen an den Seitenrisaliten der Hauptfassade: "Perseus befreit Andromeda" und "Der an den Felsen geschmiedete und von den Okeaniden beweinte Prometheus" (1951 beseitigt; In den Nischen seit 1988 Reliefs des Bildhauers Gerhard Rommel)

[111] Da die Feuerbestattung in Preußen erst 1911 offiziell legalisiert worden war, verfügte Berlin bei Lessings Tod noch über kein funktionierendes Krematorium.

[112] Er meint die große St. Michaeliskirche. 1906 brannte die Kirche völlig aus und Lessing wurde mit ihrer Neuausstattung beauftragt. Er schuf bis 1912 sämtliche Stuckkaturen, Kanzel, Orgelgehäuse und vier Reliefs für den Chor.

[113] Die erhaltenen Reliefs sind aus vergoldeter Bronze. Sie zeigen die vier Lebensstationen des protstantischen Christen an entsprechenden Szenen aus der Bibel (u.a. "Hochzeit von Kannaa").

[114] Lessing wurde auf dem Städtischen Friedhof Halensee (Grunewald, Bornstedter Straße) beigesetzt. Sein Grabmal in Form eines Sarkophages war bis 1945 mit einem Bronzeguß von Lessings vielfiguriger Gruppe "Leben unter dem Kreuze" (von 1900) geschmückt. Der Sandsteinsarkophag ist erhalten.


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Briefe von Otto Lessing Briefe von Otto Lessing an Sigrid Lessing

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