Dr. Jörg Kuhn

Der Bildhauer, Kunstgewerbler und Maler Otto Lessing

Versuch einer kurzen Würdigung zum Leben und Schaffen eines Künstlers im Hochhistorismus unter Einbeziehung einer historischen biographischen Skizze aus dem Jahr 1944 (Teil 1)

Der persönliche Nachlass des 1912 in Berlin verstorbenen Bildhauers, Kunstgewerbler und Malers Otto Lessing ist, soweit er sich noch beim Tod der Witwe 1935 in Familienbesitz befunden hat, weitgehend verloren gegangen. Davon ausgenommen blieb ein Konvolut von Briefen, wenigen Unterlagen aus dem Werkstattbüro und einigen privaten Photographien, die sich 1962 im Nachlass von Lessings Sohn Karl Friedrich (Fritz) in Frankfurt am Main erhalten hatten und nach dem Tod seiner Witwe, Benedicta Heiberg (+1975), an den Enkel Otto Lessings, den Architekten Wolfgang J. Lessing (1923-2002) in Neuss übergingen. Wolfgang J. Lessing hat 1992 den verbliebenen schriftlichen Nachlass seines Großvaters, soweit er das Leben und Wirken Otto Lessings betraf, dem Verfasser vorliegenden Textes zur Verfertigung einer umfänglichen Werkmonographie im Rahmen eines 1994 abgeschlossenen Dissertationsvorhabens an der Freien Universität Berlin zur Verfügung gestellt und im Dezember 2001, mit der Absicht, eine wissenschaftliche Auswertung und Bearbeitung im größeren Umfang zu ermöglichen, treuhändlerisch übereignet. Durch diese überaus beachtenswerte, von der Familie Wolfgang J. Lessings mitgetragene Entscheidung, sich von einem bedeutenden Stück eigener Familiengeschichte zugunsten der Wissenschaft zu trennen, besteht nunmehr die Möglichkeit, das Leben und Wirken eines der namhaftesten Vertreter der kaiserzeitlichen Berliner Bildhauerschule anhand authentischer Schriftquellen zu erschließen und darzustellen.zum Seitenanfang

Als Bestandteil des Nachlasses hat sich eine handschriftlich niedergelegte Otto Lessing-Biographie erhalten, die 1944 von Lessings Schüler und Neffen Hans Koberstein verfasst worden ist.[1]  Der Dekorationsmaler Koberstein (1864-1945) hat mit dieser ursprünglich nur für den Familiengebrauch gedachten Schrift nicht nur ein sehr persönlich gezeichnetes Bild Otto Lessings geschaffen, sondern auch ein anschauliches Bild einer Berliner Künstlerexistenz im letzten Drittel des 19. und des beginnenden 20. Jahrhunderts skizziert.

Der folgende Text, der auch die Transskribierung der Kobersteinschen Lessing-Biographie im ungekürzten Wortlaut enthält, stellt eine überarbeitete Fassung eines Aufsatzes dar, den ich 1994 dankenswerter Weise durch Vermittlung von Herrn Archivleiter Dr. Jürgen Wetzel und Frau Prof. Dr. Sibylle Einholz im renommierten Jahrbuch des Vereins für die Geschichte Berlins, gegründet 1865 e.V., veröffentlichen konnte.

Um den Kobersteinschen Text, der ja für ein «eingeweihtes» Publikum geschrieben worden ist, für den heutigen Leser verständlicher zu machen, sind dem historischen Text von 1944 für die 1994 erstellte Erstveröffentlichung vom Verfasser vorliegenden Textes Kurzbiographien der beiden Künstler Otto Lessing und Hans Koberstein vorangestellt worden und der Kobersteinsche Text mit zahlreichen Anmerkungen und Kommentaren versehen worden, deren Inhalt in Kurzfassung auch eine gewisse Zusammenfassung der Ergebnisse darstellen, die im Verlauf des Dissertationsvorhabens erarbeitet werden konnten.

 

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Der Bildhauer, Maler und Kunstgewerbler Otto Lessing[2] .

Otto Lessing, geboren in Düsseldorf am 24. Februar 1846 als Sohn des Historienmalers Carl Friedrich Lessing (Breslau 1808-1880 Karlsruhe), gehörte zu den bekanntesten Künstlern der Berliner Bildhauerschule in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Wie kaum ein anderer Bildhauer seiner Zeit hat er das architektonische Erscheinungsbild der 1871 neu gekürten Reichshauptstadt durch seine bauplastischen Arbeiten und Denkmäler geprägt. Nach einer ersten Ausbildung zum Maler durch den Vater hatte Lessing 1863-65 bei Carl Johann Steinhäuser (1813-1879) in Karlsruhe und 1865-68 bei Albert Wolff (1814-1892) in Berlin die Bildhauerei erlernt. 1868 kehrte Lessing nach Karlsruhe zurück, da die Auftragslage für einen noch unbekannten Künstler in Berlin denkbar ungüstig war. Die finanziellen Belastungen, die durch die 1863 und 1866 von Preußen geführten "Reichseinigungskriege" gegen Dänemark und Österreich entstanden waren, zwangen Staat und Bürgertum zu Sparsamkeit. Von 1868 bis 1872 wirkte Lessing als Sozius im Atelier Steinhäusers, 1870/71 unterbrochen vom Deutsch-Französischen Krieg, an dem der Künstler als Offizier teilnahm. Die Wahl Berlins zum Regierungssitz des 1871 gegründeten Deutschen Kaiserreichs ließ viele beschäftigungslose Künstler auf eine ertragreiche Beteiligung an der künstlerischen Ausgestaltung der Stadt hoffen und so übersiedelte Lessing im Herbst 1872 wieder nach Berlin. Die Frankreich abgepressten Reparationsmilliarden und die in die Hauptstadt strömenden, als Arbeitskräfte zur Verfügung stehenden erwerbslos gewordenen Landarbeiter, schufen die wirtschaftlichen Voraussetzungen für ein prosperierendes Baugewerbe. Der Wunsch der Hohenzollern, die neuerworbene politische Vormachtstellung durch repräsentative Bauten auch im Stadtbild zu demonstrieren, bewirkte ebenso eine gesteigerte Bautätigkeit auf hohem Niveau, wie das Bedürfnis der reich gewordenen Unternehmer nach angemessenen Villen- und Geschäftsbauten. Die bereits nach Regierungsantritt Köng Wilhelms I. am 2. Januar 1861 reformierte Baugesetzgebung[3]  und eine technisierte Bauindustrie trugen entscheidend zur Realisierung gewaltiger Bauvorhaben bei. Die Beauftragung privater Architekten und die Ausschreibung von Wettbewerben im Bereich staatlichen Bauens wurde zu einer der folgenreichsten Neuerungen auf architektonischem Gebiet.[4] zum Seitenanfang
Architektonische Entwürfe, sowie Modelle zur Bauplastik und wandfesten Innendekoration wurden in der Folge wieder zum festen Bestandteil der akademischen Bauausstellungen.[5]  Die schmuckarme klassizistische Architektur der Schinkelnachfolge konnte der Forderung nach einer großartigen und kolossalen Architektur nicht mehr genügen. Die Planungen zu aufwendigen Staatsbauten, wie Reichstagbau und Berliner Dom, regten eine erneute Disskussion um Stil und dekorativen Bauschmuck bei Architekten, Kunsthistorikern und Auftraggebern gleichermaßen an und ließen die qualitative und quantitative Schwäche der wenigen bauplastischen Unternehmen in Berlin offenbar werden[6] . Die von Architekten wie Gottfried Semper (1803-1879), Friedrich Hitzig (1811-1881), Heinrich Gödeking (+1911)[7]  und Richard Lucae (1829-1877) zum neuen Geschmacksideal erhobene Formensprache der italienischen Hochrenaissance und des europäischen Barock, verlangten wendige und geschulte künstlerische Kräfte, die in der Lage waren, den notwendigen bauplastischen Schmuck für die neuen Prachtbauten zu schaffen. Lessing, der als noch unbekannter Bildhauer kaum auf ertragreiche Denkmalsaufträge rechnen konnte, erkannte hier folgerichtig seine Chance. Auf Anraten der seit 1872 assoziierten Privatarchitekten Heinrich Kayser (1842-1917) und Carl von Groszheim (1841 bis 1911) eröffnete er vor dem Halleschen Tor - in der Wartenburgstraße 14 - ein Atelier für dekorative Bauplastik. Gesellschaftliche und auch geschäftliche Kontakte von Wichtigkeit vermittelte ihm insbesondere sein Onkel Carl Robert Lessing (1827-1911), der als Landgerichtsdirektor und Haupteigentümer der traditionsreichen Vossischen Zeitung zur Elite der Berliner Bildungsbürger gehörte und dessen 1866 von Martin Gropius in der Dorothheenstraße 15 errichtetes Haus zum Treffpunkt einflußreicher Politiker, Künstler und Kunstsammler geworden war[8] . Als 1880 Otto Lessings Schwiegervater Hans Fredrik Gude (1825-1903) aus Karlsruhe nach Berlin berufen wurde, um die Leitung des Meisterateliers für Landschaftsmalerei in der Akademie zu übernehmen, konnte Lessing ihn überreden, ein repäsentatives, 1863 in der Grabenstraße (Kaiserin-Augusta-Straße) 51 errichtetes Wohnhaus im vornehmen Tiergartenviertel zu erwerben[9] . Im dahintergelegenen Gartenhaus richten beide Künstler ihre Ateliers ein. Hier trat 1886 auch der Dekorationsmaler Hans Koberstein seine Ausbildungszeit unter seinem Onkel an. zum Seitenanfang
Bereits Ende der 1870er Jahre galt Lessing als der fähigste Bauplastiker Berlins.[10]  Die Bedeutung, die Lessing seitens der Berliner Architektenschaft beigemessen wurde, äußerte sich auch in seiner am 19. 12. 1890 erfolgten Aufnahme in den renommierten Verein Berliner Architekten, wo er neben dem Bildhauer Louis Sussmann-Hellborn (1828-1908) der einzige Vertreter der Bildhauerkunst war.[11]  Seine Skulpturen und ornamentalen Reliefs schmückten oder schmücken noch immer prominente Bauten wie das Reichstagsgebäude[12] , das Kaiserliche Patentamt[13] , den Neuen Marstall, die Neue Kirche[14] , das Schauspielhaus, das Berliner Stadtschloß[15]  und den Berliner Dom. Er arbeitete am Reichsgerichtsgebäude und am Neuen Gewandhaus[16]  in Leipzig ebenso, wie an den Ständehäusern von Merseburg und Danzig. Figuren für das Schlesier Museum der bildenden Künste in Breslau[17]  wurden neben dekorativen Arbeiten für den Hautbahnhof in Metz und den Anhalter Bahnhof in Berlin[18]  in seinem Atelier modelliert und von Lessings zahlreichen Mitarbeitern an den Bauten zur Ausführung gebracht. Lessings arbeitete ebenso an der Kaiser Wilhelm-Gedächtniskirche[19]  in Berlin wie für die Neuausstattung der 1906 durch einen Brand zerstörten St. Michaeliskirche in Hamburg[20] . Den Durchbruch als Denkmalsplastiker erlangte Lessing mit seinem 1886-87 im Rahmen eines Wettbewerbs modellierten Denkmals für seinen Urgroßonkel Gotthold Ephraim Lessing für Berlin. Bei der Einweihung des Denkmals am 14. Oktober 1890 an der Lennéstraße im Tiergarten wurde dem Bildhauer der Titel eines Professors verliehen. Aber auch in den 1890er Jahren wurden noch zahlreiche Geschäftshäuser und Villen eines sich seit der Jahrhundertmitte gesellschaftlich und finanziell etablierenden neuen Bürgertums von Lessing bauplastisch ausgestaltet. Grabmäler in Berlin[21] , Würzburg[22] , Kiel und Lodz[23]  wurden mit seinen Figuren geschmückt und spezielle Aufgaben wie 1888/89 die Ausstattung des ersten Eisenbahnsalonwagen Kaiser Wilhelms II. wurden ihm übertragen.[24]  Lessing, nun auch Lehrer an der Unterrichtsanstalt am Kgl. Kunstgewerbemuseum, war so erfolgreich, daß er sich 1894 in der Grunewald-Kolonie, Wangenheimstraße 10, eine repräsentative Villa und 1897 ein großes Atelier in Form eines norwegischen Palastes errichten lassen konnte[25] . Ein aufwendiges Feriendomizil entstand für Lessings Familie in Niederobyn bei Zittau. Während er für seine Frau Sigrid Gude (1852-1935) und die Kinder Ida Caren (1877-1946), Friedrich Carl (Fritz, 1879-1962), Hans Martin (1881-1903) und Otto Robert (Bob, 1893-1941) hinter dem Atelier einen Tennisplatz anlegen ließ, frönte Lessing dem Regattafahren und seiner vom Vater vermittelten Jagdleidenschaft. zum Seitenanfang
Gegen Ende des Jahrhunderts gab er das Atelier für dekorative Stuckplastik auf. Nach einer zeitweiligen Zusammenarbeit mit dem 1896/97 berufenen Oberstadtbaurat von Berlin, Ludwig Hoffmann (1852-1932), für dessen Schulbauten, Volksbadenanstalten und dem Märkischen Museum Lessing Bauplastiken schuf, entstanden auch nur noch ausnahmsweise bauplastische Arbeiten wie für den Berliner Dom und 1906 für das Geschäftshaus der Firma Spindler in der Leipziger Straße 42 in Berlin[26] . Er widmete sich nun verstärkt der architekturunabhängigen Plastik, der Denkmalskunst und dem dekorativen Kunstgewerbe. Lessing, der sich 1888/89 mit ausführlichen Entwürfen am Wettbewerb für ein Berliner Kaiser-Wilhelm I.- Nationaldenkmal beteiligt hatte und dessen 1895 geschaffene Wettbewerbsmodelle für ein Bismarck- und ein Helmholtz-Denkmal für Berlin trotz der unterbliebenen Realisierung Aufmerksamkeit erregt hatten, wurde 1895/96 mit einem Büsten-Denkmal für den Dichter, Arzt und Kunstschriftsteller Wolfgang Müller von Königswinter für Königswinter am Rhein beauftragt. Sein eigenwilliges, an monumentale Darstellungen des Hl. Georg angelehntes Reiterdenkmal Kaiser Wilhelms I. für Hildesheim, das am 31. Oktober 1900 in Anwesentheit der Kaiserlichen Familie enthüllt werden konnte, wurde im Gegensatz zu seinem 1903 in Marmor umgesetzten Shakespeare-Denkmal für den Illmenaupark in Weimar von der zeitgenössischen Kunstkritik sehr wohlwollend aufgenommen. Seine religiösen Plastiken, wie die Gruppen "Leben unter dem Kreuze" (1900, verschollen), "Kreuzabnahme" (1902, in Meseberg, Kirche) und seine Figur des "Christus consolator" (1903) wurden jedoch zumeist abwertend beurteilt und auch die nach 1906 gearbeiteten Statuetten der Atalante, Eva, Adam, Athena, Bogenspanner und Reifenspielender Knabe fanden trotz ihrer "modernen", neuklassizistischen Stilfassung nur bedingt Anklang. Größeren Erfolg konnte Lessing mit seinen 1903-06 geschaffenen Modellen zu den drei westlichen Hauptportalen und den vier Zwickelreliefs für die Predigtkirche des Berliner Doms erringen. Obwohl Lessings 1905 erfolgte Ernennung zum Senator der Akademie der Künste Berlin und die Verleihung des Ordens pour le mérite 1911 als Zeichen der Hochschätzung seines Werkes zu sehen waren, begann sein Erfolg abzunehmen. Gesundheitlich und wegen des aufwendigen Lebensstils seiner Familie auch finanziell geschwächt, mußte Lessing 1910 seine Villa verkaufen und starb am 22. November 1912 in seiner Wohnung Hohenzollerndamm 112 in Schmargendorf. Sein letztes Werk wurde das Lutherdenkmal für Hamburg, an dessen Einweihung er nicht mehr teilnehmen konnte. Die Kenntnis um Lessings Ruhm, einst durch seine Mitgliedschaft in der Berliner Akademie der Künste und der Königlichen Porzellan- und Kunstgewerbeanstalt und einer Fülle von Orden und Auszeichnungen anerkennend bestätigt, ist ebenso wie sein Werk nach dem Untergang des deutschen Kaiserreiches 1918 verblaßt und von der Kunstkritik nach 1903 verrissen[27]  und dann von der "progressiven" Kunstgeschichte der "damnatio memoriae" mitsamt der offiziellen Kunst der Kaiserzeit überantwortet worden. Auch die langsam beginnende wissenschaftliche Rehabilitierung der Kunst des 19. Jahrhunderts seit Mitte der 1960er Jahre hat Lessing lange Zeit ausgeschlossen, da fehlende Grundlagenkenntnisse zu seinem Leben und Werk den Zugang erschwerten. 1978 haben zuerst der Kunsthistoriker Peter Bloch und der Bildhauer Waldemar Grzimek in zahlreichen Veröffentlichungen über die Berliner Bildhauerschule auch das Werk Lessings gewürdigt.[28]  1990 konnten in Rahmen der Ausstellung "Ethos und Pathos. Die Berliner Bildhauerschule 1786-1914", ausgerichtet im "Hamburger Bahnhof" in Berlin zum ersten mal seit der von der Akademie der Künste 1913 veranstalteten Gedächtnisausstellung für Lessing, Wallot und Hertel[29]  wieder einige Kunstwerke Lessings präsentiert und in einem Katalog wissenschaftlich bearbeitet vorgestellt werden.

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Adresse des Autors:
Dr. Jörg Kuhn
Salzburger Straße 6
D-10825 Berlin

[1] Ich danke Herrn Architekten Dipl. Ing. Wolfgang J. Lessing, Neuss, für die freundliche Überlassung des originalen Manuskripts und die hilfreichen Ergänzungen zur Biographie seines Großvaters.

[2] Neben Archivalien aus dem Familienbesitz Lessing, der Akademie der Künste, der Hochschule der bildeten Künste, des Landesarchives Berlin und dem Zentralarchiv der Staatlichen Museen zu Berlin (SMPK) wurden vordringlich als Quellen genutzt: Arend Buchholtz, Die Geschichte der Familie Lessing, Berlin 1909, Bd. 2, ad voc. und Hans Gude/Caren Lessing, Karlsruher Künstlererinnerungen, Karlsruhe 1920.

[3] Gesellschaft von Berlin. Hand- und Adressbuch für die Gesellschaft von Berlin, Charlottenburg und Potsdam, 2, Berlin 1891/92, S. XXI ff..

[4] Adolf Rosenberg, Die Bauthätigkeit Berlins. In: Zeitschrift für bildende Kunst, 10, 1875, S. 212-220, 346-352.

[5] Otto v. Leixner, Die Moderne Kunst und die Ausstellungen der Berliner Akademie, Berlin 1878, S. 119.

[6] Das bekannteste Berliner Unternehmen dieser Branche war nach dem Tod von Tobias Feilner und Cornelius Gormann die von Ernst March gegründete "Tonwarenfabrik" in Charlottenburg (bis 1920 «bei» Berlin)

[7] Als erstes in Berlin bekanntes repräsentatives, neubarockes Bauwerk mit reicher Bauplastik kann das 1872-75 von Heinrich Gödeking entworfene Militär-Ingenieur-Dienst-Gebäude, Kurfürstenstraße 70 (zerstört), angesehen werden. Vgl.: Arnold Kutsch/ Hans Bohrmann (Hg.), Berlin zu Kaisers Zeiten, Dortmund 1985, S. 96-99 (mit Abb.).

[8] Arend Buchholtz, Die Geschichte der Familie Lessing, a.a.O., Bd. 2, S. 286 ff.; O. Verf., Nachruf auf Carl Robert Lessing. In: Vossische Zeitung, Nr. 48 (Abendausgabe) vom 28. 1. 1911.

[9] Hans Gude/Caren Lessing, Karlsruher Künstlererinnerungen, a.a.O., S. 35.zum Seitenanfang

[10] Wolfgang Schäche (Hg.), Ludwig Hoffmann. Lebenerinnerungen eines Architekten (Die Bauwerke und Kunstdenkmäler v. Berlin, Beiheft 10), Berlin 1982, S. 103.

[11]  Ausst.-Kat. «Dem lieben Collegen K. E. O. Fritsch in Verehrung gewidmet». Zeichnungen Berliner Architekten des ausgehenden 19. Jahrhunderts, hrsg. vom Stadtmuseum Berlin, Berlin 23. 10. 1996 bis 12. 1. 1997, S. 72, Nr. 40

[12] So schuf Lessing die Modelle der Wappenrelief des Westportikus´.

[13] In der Luisenstraße 34 (Generalstaatsanwaltschaft). Bis auf das Porträt Kaiser Wilhelms II. über dem Portal ist die Fassadenplastik erhalten geblieben.

[14] 1881-83 wurde die Neue Kirche durch Hermann v. d. Hude (1830-1908) & Julius Hennike (1832-1892) umgebaut. Lessing schuf die Attikafiguren, das Portalrelief und Reliefs für den Innenraum. Die Restaurierung der kriegsbeschädigten Skulpturen war im Juli 1994 noch nicht abgeschlossen.

[15] 1892-94 schuf Lessing u.a.die Voutenreliefs des von Ernst E. v. Ihne (1848-1917) umgebauten Weißen Saals und der Weißen Treppe. 1897 wurden am Eosanderportal Lessings auf die Baugeschichte des Schlosses bezogenen Bronzereliefs angebracht.

[16] Zerstört. An der Stelle des Gewandhauses heute das 1955 ff. errichtete Opernhaus.zum Seitenanfang

[17] Vgl.: Paul Habel, Führer durch Breslau, Breslau 1913, ad voc. (mit Abb.) .Im 2. Weltkrieg zerstört.

[18] Der 1875 errichtete Bahnhof in Metz mit den Arbeiten Lessings wurde 1908 durch einen Neubau ersetzt, der Anhalter Bahnhof 1961 weitgehend gesprengt.

[19] Lessing schuf die (heute zerstörten) Standbilder Luther und Melanchthons für die Triumphbogenpfeiler des Chores und das (in Berliner Privatbesitz erhaltene) Tympanonrelief "Hl. Georg" des Kaiserportals.

[20] Sämtliche Stuckverzierungen des Innenraums, Kanzel, Orgelprospekt und vier Bronzereliefs im Chorbereich wurden nach Modellen von Lessing gearbeitet.

[21] So die Grabmäler Adolph Sydow (Friedhof der Jerusalem u. Neue Kirche II), Ludwig Loewe (Jüd. Friedhof II), Paul Heckmann (Luisenstädt. Kirchhof) und Phillip Enners (Städt. Friedhof Halensee).

[22] Das Grabmal Straub schmückt eine Ausformung von Lessings "Christus consolator".

[23] Das von Lessing entworfene Grabmal Biedermann mit der lebensgroßen Marmorgruppe einer Trauernden mit zwei Kindern von 1897 ist am Ort erhalten.

[24] Jörg Kuhn, Kaiserwagen u. Kunstgeschichte heute. In: Alfred Gottwaldt (Hg.), Der Hofzug Sr. Majestät des deutschen Kaisers, Königs v. Preußen (Sonderheft d. Zeitschrift "Modell-Eisenbahner"), Berlin 1993, S. 92-104.

[25] Die Architekten waren Heinrich Jassoy (1863-1939) und Johannes Vollmer (1845-1920). Den ornamentalen und figürlichen Schmuck der Gebäude entwarf Lessing selbst. Beide Gebäude nicht erhalten.

[26] Bei einem Umbau in den 1930er Jahren entfernt.

[27] Vgl. u.a.: Kunst und Künstler, 9, 1911/12, S. 306 f. (Karl Scheffler).

[28] U.a.: Peter Bloch/Waldemar Grzimek, Das klassische Berlin. Die Berliner Bildhauerschule im 19. Jahrhundert, Frankfurt a.M, Berlin, Wien 1978, ad voc.

[29] Katalog der Gedächtnis-Ausstellung Albert Hertel Otto Lessing Paul Wallot, Hg. von der Kgl. Akademie der Künste zu Berlin, Januar 1913, S. 11-16.

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