Der Bürgerarchitekt
Ludwig Hoffmann war der bedeutendste Berliner Baustadtrat. Vor 150 Jahren wurde er in Darmstadt geboren.
Die Karriere des Architekten Ludwig Hoffmann begann mit einem Paukenschlag: Gemeinsam mit dem Norweger Peter Dybwad gewann er 1885 den Wettbewerb für das Reichsgericht in Leipzig. Der Bau wurde neben dem Reichstag in Berlin das wichtigste politische Symbol der ersten deutschen Einigung. 1896 waren die bewunderte kühle Renaissancefassade, die grandiose Halle und die hohe Kuppel fertig, Hoffmann standen nun alle Wege offen. Der Kaiser wünschte ihn als Berater, die obersten Baubehörden zeigten Interesse, die private Kundschaft antichambrierte.
Er wurde Berliner Baustadtrat. Bis 1924 blieb Hoffmann auf diesem Posten und prägte das Gesicht der Stadt mehr als jeder andere Architekt vor oder nach ihm. Mehr als 150 Anlagen mit mehr als 400 Einzelbauten hat Hoffmann für die Stadt Berlin errichtet, Schulen vor allem, Krankenhäuser, Feuerwachen, das Märkische Museum, öffentliche Toiletten, den Märchenbrunnen, das Stadthaus. Der größte Teil dieser Bauten steht noch, kündet von einer Zeit, als Berlin reich war, als die Stadt es sich leistete, ästhetisch nicht den Investoren zu liebedienern, sondern hohe Standards zu setzen. Einer Zeit, die geprägt war vom großen Umbruch zwischen halbfeudaler Gründerzeit und bürgerlicher Moderne. Am 30. Juli 1852, vor 150 Jahren, wurde Hoffmann in Darmstadt geboren.
Etwa 1975, mehr als dreißig Jahre nach dem Tod Hoffmanns: Ein älterer, zierlich gebauter Mann steht vor einer riesigen Wand aus groben Steinen, gestikuliert, umarmt das Gebäude geradezu, tippelt leise, weil die Schüler nicht begreifen wollen. Er erzählt von der Lust am Bauen, von der Begeisterung für das Detail und von der Bedeutung, die jeder Einzelheit eines Hauses zuzumessen ist. Etwa so, muss man sich vorstellen, sah es aus, als der vielgeliebte Doyen der Berliner Architekturgeschichte, Julius Posener, vor dem Stadtbad in der Baewaldstraße stand. Ludwig Hoffmann hatte es zwischen 1896 und 1901 errichtet, um den Menschen in den Mietskasernen Kreuzbergs Gelegenheit zum Baden, Duschen und zum Schwimmen zu geben. Auf den ersten Blick steht ein Renaissancepalast vor uns. Aber, so erklärte Posener in seinen oft gedruckten Vorlesungen: "Das ist kein Palazzo. Die italienische Renaissance hätte allenfalls den Wechsel zwischen sehr großen und sehr kleinen Öffnungen im Erdgeschoss geduldet. Den Fries aus Luken aber, der den rustizierten (also aus grob behauenen Steinen gebauten) Teil der Fassade abschließt; hinter ihnen befinden sich Wannenbäder - diesen Fries hätte die Renaissance nicht geduldet. Jede Einzelheit dieser Fassade ist wahrscheinlich auf ein Vorbild zurückzuführen. Es ist also eine orthodoxe Fassade. Aber die Zusammenstellung dieser Einzelheiten ist eben gar nicht orthodox!"
Orthodox, damit meinte Posener jene Architektursprache, die im 19. Jahrhundert versuchte, aus dem genauen Kopieren alter Vorbilder aus der Romanik, der Gotik oder Renaissance eine eigene Sprache zu entwickeln. Hoffmann hingegen versuchte, und das war die Botschaft Poseners, als einer der ersten eine eigene Architektur für die Moderne zu entwickeln.
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Er war ein Architekt der Wirkungen, ein bauender Impressionist. Wochen gingen hin, bevor der richtige Stein ausgewählt, die richtige Bearbeitung der Materialien, mit den Bildhauern die Tiefe des Schattenwurfes in Reliefs und Standfiguren festgelegt waren. Reisen wurden unternommen, um in schmalen, handlichen Skizzenbüchern Motive zu sammeln. Immer wieder ließ Hoffmann große Modelle bauen, um vergleichen zu können, und beim Stadthaus ließ er einmal wenige Zentimeter auf jeder Seite des hoch ragenden Turmes abarbeiten: Die Proportionen waren zwar mathematisch korrekt, doch das Auge des Architekten wünschte mehr Spannung. Nicht das System, wie beim Klassizisten Schinkel oder wie später beim Modernisten Gropius, sondern die - bürgerlich temperierte - Erregung war sein Ziel. Er wollte Schönheit, mit einer Leidenschaft, die in dieser Zeit üblich war. Mit Schönheit hoffte er, die sozialen Konflikte, die Kämpfe zwischen Oben und Unten, die durch die Industrialisierung verunsicherte Gesellschaft aufzufangen.
Die Zeit war eine der Lust am kleinsten Detail und an der großen Form. Noch hatte die Verachtung des Dekorums nicht gesiegt. Auch war man sich einig: Ohne Tradition ging es nicht. Doch nur mit der Tradition ging es auch nicht mehr. Es musste etwas Neues entstehen, etwas, das im Alten fundiert war und doch nach vorne wies.
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Hoffmann, der kaiserliche Hofarchitekt Ernst von Ihne und der führende Baumeister der reichen Bürger Berlins, Alfred Messel, waren die Verkörperung des "wilhelminischen Kompromisses", wie es Posener nannte. Sie entsprachen in ihrem bürgerlichen Selbstbewusstsein, das dennoch den Sprung ins Große, Monumentale wagen konnte, im gewissen Sinne ihrem Fürsten Wilhelm II. Gemeint ist nicht der bramarbasierende Wilhelm II., den die Geschichtsbücher immer neu überzeichnen; sonst könnte das Bild des Neubeginns der Moderne um 1910 nicht mehr so leuchten. Auf diesen Kaiser schimpften alle klugen Leute Deutschlands, die gleichzeitig den Kaiser verehrten, der sich mit Begeisterung in neueste technologische Projekte stürzte, mit der heutigen Max-Planck-Gesellschaft das amerikanische System der Großforschung nach Europa holte, der sich an Automobilen, großen Schiffen, Zeppelinen, weit gespannten Brücken oder Kaufhäusern erfreute - und seinem Hofstaat befahl, der lieben Würde wegen in Rokoko-Kostümen Quadrille zu tanzen. Zwittern war die Sprache der Zeit.
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Buch. Eine Stadt der Kranken, derjenigen, die Fürsorge, Liebe, Aufmerksamkeit, oft auch Kontrolle benötigen. Buch liegt weit außerhalb des Berliner Siedlungsgebietes, noch immer fährt man lange durch Felder und mit kleinen Häusern bestandene Vorortsiedlungen, wenn man die Bauten Hoffmanns besuchen will. Die Kranken aus der Stadt auszuweisen und ihnen ein eigenes Quartier weit vor den Mauern zu reservieren, ist seuchenhygienische Tradition. Doch für Hoffmann, der seit 1899 an dieser Krankenstadt arbeitete und das Projekt 1915 vollendete, ging es um mehr. Hier sollten Menschen, geplagt oft von den Härten der Mietskasernen, die grauen Hinterhöfe vergessen können, den Gestank nach Kohl und Urin. Stattdessen ist Vogelgezwitscher zu hören, gibt es offene Wandelgänge, warm schimmernde Fassaden im Stil der niederländischen Renaissance, kleine Brunnen, ab und zu eine fast neckische Skulptur, über die man lächeln kann. Ordnung herrscht hier wohl, aber es ist eine der entspannten Ruhe, der behütenden Effizienz. Heute ist es schwer, solche ausgestreckten Anlagen zu bewirtschaften. Schlossgroße Gebäude stehen leer, warten seit Jahren auf Investoren, verfallen. Ein Weltkulturerbe auch dies - aber Sozialbauten haben nicht das noble Image der Museumsinsel.
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Die Mehrzahl der Bauten Hoffmanns steht im einstigen Ost-Berlin. Dort lagen die großen Arbeiterviertel, die um 1900 ihre soziale, hygienische und kulturelle Infrastruktur nachträglich erhielten. Außerdem wurden diese Vororte früher nach Berlin eingemeindet als die westlichen; Charlottenburg etwa hielt seine Eigenständigkeit bis 1920. Hoffmann aber war zuständig für die Arbeiten in der Kommune Berlin. In angrenzenden Gemeinden konnte er allenfalls beratend tätig werden oder als Jurymitglied für große Bauprojekte Einfluss ausüben.
Dank der Lage seiner Bauten ist er im Gegensatz zu vielen seiner Zeitgenossen noch gut vertreten im Berliner Architekturstadtplan: Die DDR konnte es sich nicht leisten, die vorzüglich gemauerten Gebäude abzureißen, sie hat sie lediglich heruntergewirtschaftet und verhunzt. Darum sind etwa Hoffmanns Schulen heute oft noch in Betrieb, trotz der mangelnden Ausstattung, der völlig neuen didaktischen Ansätze, Kinder auf das Erwachsenendasein vorzubereiten, trotz des Verfalls an allen Stellen. Fast alle diese Schulbauten sind ihren Nachfolgern überlegen an Flexibilität, Eleganz, Würde. Allenfalls in den 20er-Jahren und in den West-Berliner 50er-Jahren entstanden Schulen, die mit denen Hoffmanns konkurrieren können. Er liebte Kinder, hatte das Gefühl für ihre mit dem Wachstum schnell wechselnde Proportionswelt. Überall erfreuen kleine Skulpturen in den großen Wänden das Auge, wechselt das Material, behütend senken sich die Walmdächer.
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Hoffmann ist ohne Alfred Messel nicht zu denken. Die Schöpfer des gotisierenden Märkischen Museums und des legendären, ebenfalls gotisch aufstrebenden Kaufhauses Wertheim an der Leipziger Straße pflegten eine lebenslange Freundschaft und intensive künstlerische Zusammenarbeit. Beide kamen sie aus Darmstadt, damals Hauptstadt eines selbstständigen hessischen Großherzogtums. Das war keineswegs Provinz, sondern eine tief von bürgerlichen Werten geprägte Kulturlandschaft. Es gab gute Gymnasien, und der Sprung nach Berlin mit seiner berühmten Bauakademie war nicht weit. Beide wagten ihn, studierten bei Lehrern wie Johann Heinrich Strack, die noch Schinkel gekannt hatten. Sie brachten aber auch aus dem Süden die reichere Architekturauffassung des beginnenden Neubarocks mit in die strenge Reichshauptstadt, die gerade erst anfing, eine eigene Sprache zu finden. Messel und Hoffmann, wie auch der Reichstagsarchitekt Wallot, hatten die Buchstaben dieser Sprache schon in der Hand - sie mussten sie nur noch anwenden.
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Alfred Messel war, wenigstens zeitweise, zweifellos der genialere Architekt, Hoffmann der letztlich systematischere, oder, wie der Kunstschriftsteller Karl Scheffler es 1913 ausdrückte: Messel war ein Programm, Hoffmann hatte ein Programm. Doch ist der Unterschied allenfalls graduell und nicht zuletzt wohl auf die unterschiedlichen Auftraggeber der beiden zurückzuführen. Denn Messel arbeitete meist für private Bauherren, die mit der Mode gehen wollten, mit den Nachbarn wetteiferten, immer neue Sensationen forderten. Hoffmann hingegen war Verwaltungschef, musste mit dem preußischen Polizeipräsidenten um jedes Detail kämpfen, schließlich das Stadtparlament von den Bauten und ihren Kosten überzeugen. Da war vornehmer Konservatismus gefragt, nicht vorwärtsstürmende Avantgarde.
Ihre enge Beziehung zeigt sich in den vielen, mit boshaften Bemerkungen über Kollegen gespickten Briefen; kürzlich wurden sie von Volker Viergutz im Jahrbuch des Berliner Landesarchives herausgegeben. Auch lebten die beiden seit Darmstädter Jugendtagen lange in einer Wohnung oder, nach der Heirat, wenigstens nahe beieinander. Immer wieder informierte Hoffmann seinen Freund über lohnende Bauprojekte, und nach dessen Tod 1909 übernahm er die Ausführung von dessen spätem Hauptwerk, dem Pergamonmuseum. Solch intime Männerfreundschaften waren seit der Romantik in Deutschland üblich. Die heute unwillkürliche Frage, ob sie mehr war als das, stellte sich für diese Generation nicht: Homosexuell verhielten sich in ihrer Überzeugung nur dekadente Adlige, Künstler, auch Arbeiter, aber nicht seriöse Bürgerliche.
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Als Stadtbaurat war Hoffmann zuständig nur für das städtische Bauen, nicht aber für das städtebauliche Planen. Das hatte der Polizeipräsident in den Händen, und der war weniger an Ästhetik als vielmehr an pragmatischen Lösungen interessiert. Hoffmanns größtes städtebauliches Projekt scheiterte nicht zuletzt an diesen Kompetenzstreitigkeiten zwischen der Kommune und dem preußischen Staat. Er wollte, um das Pergamonmuseum besser mit der Stadt zu verbinden, eine breite Straßenachse anlegen. Wie der Architekturkritiker Werner Hegemann 1930 in seinem Buch "Das steinerne Berlin" schrieb, ein Plan, der mit dem besten Städtebau konkurrieren könnte. Er wurde 1921 ins Archiv gepackt, nur noch einige Fotos in den Archiven künden von der Idee. Mit seinen geraden Linien ist dies Projekt eine Ausnahme in Hoffmanns Schaffen. Denn auch im Städtebau dachte er immer an den malerischen Effekt. Das Märkische Museum etwa versteckt sich hinter Bäumen, das Stadthaus ragte einst aus dem Gewimmel des Molkenmarkt. Erst der Krieg legte die monumentale Fassade frei.
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Die Krönung von Hoffmanns Kinderarchitekturen ist der Märchenbrunnen im Volkspark Friedrichshain. Eine scheinbar sinnlose Architektur, die nicht wie die großen römischen Brunnen des Barock das pathetische Ende eines Aquädukts markiert. Er ist auch keine grandiose Kulisse für einen Platz, sondern lockt verborgen im Grün. Zwar schimmert immer wieder der helle Stein hindurch, aber systematisch ist der straffe Durchblick auf die Anlage verwehrt. Ein Busch, ein Baum, die Wegeführung, alles ist auf Überraschung, auf das "Oh, wie schön" angelegt, wenn der letzte Streifen Sonnenlicht über den tiefporigen Stein spielt, das Wasser in den Becken plätschert. Nachts ist der Garten um den Brunnen ein beliebter Treffpunkt für Nähe suchende Schwule, tagsüber turnen Mädchen und Jungen - allen konservatorischen Einwänden zum Trotz - auf den Balustraden und den Beckenrändern, ziehen auch schon mal die Schuhe aus, wandern im Wasser. So leger hatte Hoffmann sich das Leben hier sicher nicht gedacht.
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Mit dem Untergang des Kaiserreiches war auch die Zeit der allgewaltigen deutschen Stadtbauräte, die nicht nur das kommunale Bauen organisierten und überwachten, sondern auch selbst gestalteten, zu Ende. Schon der direkte Nachfolger Hoffmanns, Martin Wagner, profilierte sich wesentlich dadurch, dass er eben nicht selbst entwarf, sondern seine Kollegen zum Zuge kommen ließ. Zweifellos war Hoffmann um 1920 eine anachronistische Figur, und seine in der klassischen Tradition verankerte Architektur entsprach nicht mehr dem, was die schnelle, laute, kräftige Zeit sich wünschte. Viel hatten Wagner, die Tauts und Luckhardts deswegen gegen den starken Hoffmann gewettert, er wurde stilisiert als einer jener Etablierten, die den Platz nicht für Neues räumen. Und doch schuf erst Hoffmann den Fond, vor dem die Berliner Avantgarde der 20er-Jahre strahlte.
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1932 starb er, kaum ein Nachruf würdigte ihn. Die Avantgarde wünschte ihre Väter nicht zu erinnern. Nach dem Krieg versank sein Gedächtnis gänzlich, selbst der einzigartige Nachlass wäre Berlin fast verloren gegangen. Erst in den siebziger Jahren begann die Erinnerung aufzuleben. Inzwischen gibt es durchaus ein Bewusstsein für seine Qualitäten. Doch auch jetzt kann es sich sein direkter Amtsnachfolger Hans Stimmann leisten, nicht zur Eröffnung der bescheidenen Gedächtnisausstellung des Stadtmuseums zu kommen; dabei hätte er sicherlich gerne so viel Macht wie Hoffmann einst hatte. Dessen Stadtbäder aber verfallen, weil der Senat das Geld in Neubauten oder in die Sanierung von belanglosen Kisten der Nachkriegszeit steckt. Als es um die Olympiade ging, wurde nicht einmal der Versuch gemacht, Hoffmanns Bäder weiterzubauen. Seine Schulen entleeren sich von Kindern, denn die Stadtpolitik vertreibt Familien regelrecht ins Umland. Und seine Krankenhäuser werden rabiat der neuen Technikmedizin angepasst. Unwiderbringlich dahin ist schon das Rudolf-Virchow-Krankenhaus in Wedding, nur noch der repräsentative Eingangsbau und ein Pavillon stehen. Es hatte nichts genutzt, dass Julius Posener gegen die West-Berliner Sozialverwaltung wie ein Löwe für den Erhalt dieses Kunstwerkes kämpfte.
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Immerhin, es gibt Hoffnung: Das Stadtbad Oderberger Straße wurde von einer Bürgerinitiative gekauft, die der Hilflosigkeit in der Stadt nicht mehr zusehen wollte. Hoffmann als Bürgerarchitekt, als einer, der das Leben bereichert und zur Tätigkeit anregt - das etwa war sein Ziel.
(Berliner Zeitung, 27. Juli 2002, Magazin) Fotos: Pablo Castagnola
Foto: Stadtbad Oderberger Straße Der gewaltige, monumentale Bau in den Formen der nordischen Renaissance wurde zu DDR-Zeiten vernachlässigt, schließlich 1987 stillgelegt. Seither wartet er auf eine Zukunft, die nun eine Bürgerinitiative in die Hände genommen hat.
Foto: Die Bärenhalle des Stadthauses wurde von den banalen Umbauten für den DDR-Ministerrat befreit. Erfreulich ist, dass das Büro Spangenberg die originalen Reste nur konservierte und die Fehlstellen, etwa an der gewölbten Decke, stehen ließ.
Foto: Die Kapelle im Märkischen Museum .Das Stadtmuseum wagt ein Experiment: Nicht nur die Architektur wird restauriert, sondern auch die 1908 von Hoffmann inszenierte Aufstellung der mittelalterlichen Altäre und Skulpturen. Die Institution feiert so auch die eigene Geschichte.
Foto: Die Eingangshalle im Klinikum Buch. Beschwingt vom großen Atem der Architektur sollten die Kranken werden. Dass dafür traditionelle Formen wie Säulen eingesetzt wurden, war der Generation von Hoffmann selbstverständlich. Doch nutzte er sie in ganz neuer, abstrakter Form.
Foto: Rudolf-Virchow-Krankenhaus. Das barock inspirierte Treppenhaus überlebte die Modernisierung. Es spiegelt das Erlebnis der Stiege Schlüters im Berliner Schloss.
Foto: Krankenhaus Buch. Gänge, in denen man sich vor der Sonne oder dem Regen schützen kann und doch an der Luft ist - um 1900 war frische Luft ein Teil der Therapie.
Foto: Stadtbad Oderberger Straße. In vielen Bauten Hoffmanns ist der Verfall trotz der vorzüglichen Bauqualität inzwischen unübersehbar.
Foto: Der Märchenbrunnen. Die Stadt als Ort der Freude, des Spielens, aber auch der Kunst. Nur die besten Bildhauer arbeiteten für dieses Lieblingskind Hoffmanns.
Foto: Ein Schulgang wie viele bei Hoffmann (hier in der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft). Er sollte sparsam und doch künstlerisch bauen.
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