Teil 2
 
Oliver Sander(1):
Ein "moderner Schlüter"? Kaiserin Friedrich und der Architekt Ernst von Ihne


Kasino der Leibgardehusaren, um 1889Vom Pariser Platz war es nicht mehr allzu weit zum Hohenzollernschloss. Wie entstand nun der enge Kontakt zwischen den Hohenzollern und Ihne? Nach einer Variante soll es der erwähnte Bau des Jagdschlosses Hummelshain für den Herzog Ernst I. von Sachsen-Altenburg gewesen sein, der die Aufmerksamkeit der Kronprinzessin Viktoria und ihres Sohnes Wilhelm erregte. Dies habe anschließend zum Auftrag für die Inneneinrichtung des Kasinos des Leibgarde-Husarenregiments (1886/87) in Potsdam geführt.(19) Kaiser Wilhelm II. erwähnte in seinen Memoiren "den jungen Baumeister" Ihne erstmals bei der "geschmackvoll in gotischem Stil" gehaltenen Inneneinrichtung des Kasinos. Wilhelm kommandierte das Regiment seit September 1885. Auch Viktoria besichtigte auf besonderen Wunsch ihres Sohnes das Kasino.(20)

Nach Informationen der "Vossischen Zeitung" kannte Viktoria die Mutter von Ihne, Mary Hull Allen, aus ihrer Jugendzeit. Wiederum eine andere Version gibt der Nachruf von Adolph Kohut, der "von zuverlässiger Seite" erfahren haben wollte, dass der damalige Prince of Wales, dessen Söhne zu Gast in der Villa von Wilhelm Ihne waren, den "jungen Baumeister" Ernst Ihne nach England einlud. Die Einladung habe der "strebsame Architekt" sich nicht zweimal sagen lassen und er habe dann in Windsor Edwards Schwester Victoria kennen gelernt.(21) Das stimmt zwar insofern mit den Angaben aus den Memoiren von Victor v. Ihne überein, als auch nach seinen Angaben die Söhne Edwards zu Gast in Heidelberg waren, aber nach Informationen der Heidelberger Historikerin Ursula Perkow war Prinz Albert Victor erst 1884 und Prinz Georg sogar erst 1892 in Heidelberg bei Wilhelm Ihne.(22) Die skurrilste, aber mit Sicherheit unzutreffendste Erklärung bietet das Gerücht, dass Ernst v. Ihne ein unehelicher Sohn von Kaiser Friedrich III. gewesen sei. Zwar hatte der spätere Kaiser schon als Jugendlicher durchaus einen Blick für weibliche Schönheit - zumal der von Engländerinnen -, wie man seinem Reisetagebuch entnehmen kann; trotzdem ist dieses Gerücht nicht zuletzt angesichts des damaligen Alters von Friedrich aber eine reichlich absurde Vermutung, wäre der Hohenzollernprinz doch zum Zeitpunkt der Zeugung gerade mal 15 Jahre und 10 Monate gewesen.(23) Das Gerücht zeigt vielmehr, welchen Neid Ihnes erstaunliche Karriere seinerzeit provozierte.
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Ob nun die Bekanntschaft unmittelbar durch persönliche Bekanntschaft zu Ihnes Mutter, durch den Besuch von Viktorias Sohn auf der Gewerbeausstellung oder mittelbar durch das Jagdschloss Hummelshain herrührte, kann also nicht sicher beurteilt werden. Sicher ist aber, dass Kronprinzessin Viktoria, tief von Ihne beeindruckt war und ihn später als "modernen Schlüter" zu bezeichnen pflegte.(24) Ihre Sympathie für ihn basierte nicht zuletzt auf Ihnes halbenglischer Abstammung, seine in der Jugendzeit durch das englische Umfeld geprägte Persönlichkeit und seine Studienzeit in Paris, kurz: auf der Weltläufigkeit seines Wesens. Deswegen ist auch die Vermutung, dass sie ihrem Mann die Ernennung Ihnes zum Hofarchitekten vorgeschlagen hat, nicht abwegig.

Am 24. Mai 1888 erschien im Deutschen Reichs- und Königlich Preußischen Staatsanzeiger unter der Rubrik Königreich Preußen auf Seite Eins eine kurze, eher beiläufige Meldung: "Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht (...) dem Baumeister Ernst Ihne den Charakter als Hof-Baurath zugleich mit der Ernennung zum Hof-Architekten Allerhöchstdesselben zu verleihen." Andere Meldungen waren wichtiger und am wichtigsten war für alle Monarchisten selbstredend der miserable Gesundheitszustand des Kaisers und die Heirat seines Sohnes Heinrich. In der "Vossischen Zeitung" wurde in einem längeren Artikel ausdrücklich hervorgehoben, dass diese Ernennung in Fachkreisen als eine außerordentliche Auszeichnung angesehen werde, da Ihne bis dato keine amtliche Stellung eingenommen habe.(25) Zudem sei Ihne noch verhältnismäßig jung, habe aber eine "besondere Veranlagung für Kleinkunst und Ausschmückung" und zusammen mit Stegmüller "manches Tüchtige geleistet." Die Berufung wird vor allem mit der näheren Beziehung zur kaiserlichen Familie begründet, nicht zuletzt da Ihnes Mutter die Kaiserin aus ihrer Jugendzeit kennen würde.

Aber warum ausgerechnet an diesem Tag? Naheliegend ist ein Blick auf Ihnes Geburtstag: Es ist der 23. Mai 1848. Die Ernennung zum Hofarchitekten scheint ein besonders huldvolles Geburtstagsgeschenk des Kaisers und der Kaiserin gewesen sein. Und zurecht bemerkte die "Vossische Zeitung", dass die besondere Auszeichnung darin liege, dass als ,Hofarchitekten Seiner Majestät’ nur Männer wie Ludwig Persius (1803-1845, Hofarchitekt um 1836), Friedrich August Stüler (1800-1865, Hofarchitekt ab 1842) und Johann Heinrich Strack (1805-1880, Hofarchitekt ab 1876) seine Vorgänger waren. Das waren Architekten, die das Baugeschehen ihrer Zeit entscheidend mitbestimmt hatten.
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Der Sohn von Ludwig Persius, Reinhold (1835-1912), "amtierte" noch als Hofarchitekt, als Ihne dazu ernannt worden. Reinhold Persius stand allerdings stets im Schatten seines berühmteren und bedeutenderen Vaters und dessen Nachfolgern Stüler und Strack. Nachdem nun Ihne am 24. Mai 1888 zum Hofarchitekten ernannt wurde, bat Reinhold Persius einen Monat später um seine Entlassung, "in einer nicht angemessenen Weise", wie das Oberhofmarschallamt indigniert feststellte.(26) Offensichtlich fühlte Persius sich durch diesen "Nebenbuhler" in seiner Würde gekränkt, bzw. glaubte das Vertrauen des kaiserlichen Hauses nicht mehr zu besitzen. Er irrte sich nicht. Nachdem "Seine Majestät der Kaiser und König Sich auch auf den Allerhöchstdemselben über das Gesuch von mir gehaltenen Vortrag damit einverstanden zu erklären geruht hatte", entließ in Vertretung seines im Sterben liegenden Vaters Kronprinz Wilhelm ihn unter Rücknahme des Titels "als Mein Hofarchitect." Die damit vakante Stelle als Direktor der Schlossbaukommission bekam Viktor Tetens.(27) Ihne erhielt somit einen Charakter und einen offiziellen Titel, aber kein Amt im Gefüge der staatlichen Bauverwaltung Preußens. Er bekleidete keine etatmäßige Stelle in der Schlossbaukommission und wurde von Wilhelm II. nur zu besonderen Aufträgen heran gezogen.(28) Dies ist nicht unwichtig, wenn man die spätere Kritik an Ihne, u.a. aus den Reihen der staatlichen Bauverwaltung, analysieren will.

Schon auf diesen Schreiben findet sich die Randbemerkung: "Ist hier der Vorgang wegen Ihne?"(29) "Nein", lautete damals die Antwort, und so lautet sie auch heute. Aufgrund der Krankheit Kaiser Friedrich III. war an ein sorgfältiges Aktenstudium nicht zu denken und dies führte offenbar auch zu Nachlässigkeiten bei der Aktenführung, bzw. beim normalen Geschäftsgang. Jedenfalls klagte das Oberhofmarschallamt später, dass es seinerzeit bei "derartigen Akten von aller Mitwirkung des Ministeriums des Königlichen Hauses losgelöst war und wo solche Ernennungen kurzer Hand auf Vortrag des Ober-Hof-Marschalls bei Seiner Majestät dem Kaiser und König Friedrich perfect wurden."(30)
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Die Ernennung zum Hofarchitekten erfuhr Ihne nicht persönlich bei einer Audienz durch den Kaiser, sondern sie wurde ihm vom Oberhofmarschallamt mitgeteilt. In den 99 Tagen seiner Herrschaft sollte Ihne seinem Gönner nicht mehr persönlich begegnen, jedenfalls wenn man nach dem Journal der diensthabenden Flügeladjutanten des Kaisers geht. Sein Vorgänger Persius hingegen hatte noch einmal "die Ehre des Empfangs."(31)

Abgesehen von der persönlichen Auszeichnung, die Ihne damit widerfuhr, hatte die Ernennung zum Hofarchitekten noch eine andere, weitaus profanere Wirkung: Es war eine fantastische Werbung für seine Architekturfirma. Denn mit der Tätigkeit eines Hofarchitekten für einen privaten Auftraggeber fiel ein Stück weit der kaiserliche Glanz auch auf den von des Kaisers Architekten errichteten Bau; der Titel des Architekten adelte das Haus. Dieser werbewirksame Titel bedeutete aber auch eine empfindliche Abhängigkeit vom Hof. Als beispielsweise Viktorias Sohn Heinrich im Jahr 1902 sein Haus nicht von Ihne bauen lassen wollte, war letzterer alarmiert und schrieb, dass dies ein empfind­licher Schlag für seinen Ruf als Hofarchitekt wäre, schließlich habe er seit über 15 Jahre das Ver­trauen der kaiserlichen Familie und könne sicherlich auch Heinrichs Ansprüchen genügen.(32) Das war offenbar überzeugend, denn Ihne entwarf schließlich Heinrichs Haus.

Eine seiner ersten Aufgaben war es, "die Einrichtung des Schlosses Charlottenburg für die Aufnahme der Königin Viktoria" zu leiten, wie die zeitgenössische Presse berichtete.(33) Auch für das Neue Palais, das Kaiser Friedrich III. "Friedrichskron" in Anlehnung an sein Idol König Friedrich II. nannte, hatte Ihne im Verein mit Friedrich III. und dessen Frau Pläne geschmiedet – ungeachtet der schweren Krankheit des Kaisers: "Selbst in jenen Tagen kam Fritz auf seinen Lieblingsplan zurück, an dem ich so viel hatte arbeiten müssen, die Vollendung und Vervollkommnung des Schlosses Friedrichskron ... Wie viel hatten wir früher über diese Idee zu Papier gebracht, uns beredet mit dem Baumeister Ihne, dem berühmten Baumeister Mans ... ."(34)

Aber nicht nur Viktoria und ihr Sohn Wilhelm, sondern auch andere Mitglieder des Hohenzollernhauses schätzten Ihne. So ließ Viktorias Tochter Viktoria, genannt "Moretta" (1866-1929), die 1890 den Prinzen Adolf von Schaumburg-Lippe geheiratet hatte, Ihne fünf Jahre nach der Hochzeit das Palais Schaumburg in Bonn erweitern, "wobei die kunstsinnige kaiserliche Mutter ihren wertvollen Rat gab." Die Prinzessin habe den Sinn und Liebe der Mutter, welche diese ihren Möbeln und Kunstsachen widmete, voll und ganz geerbt. Freiherr von Reischach äußerte einmal zur Kaiserin: "Ich (=Reischach) würde lieber das ganze Jahr in einer Lehmhütte wohnen, als so der Sklave meiner Möbel zu sein und in einer ewigen Angst zu schweben, daß etwas beschädigt werden kann." Die Kaiserin entgegnete: "Ich kenne jedes einzelne Stück, das alles repräsentiert eine Geschichte für mich und ist mir ans Herz gewachsen. Wenn ich Pferde auch sehr liebe, so gehe ich doch nicht so weit wie Sie darin. Für mich bedeuten Möbel und Kunstsachen, was für Sie die Pferde."(35)

Bevor Ihne aber solche prächtigen Bauaufgaben übernehmen konnte, galt es für ihn zuvor Meriten auf einem anderen Gebiet zu erwerben.

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Im Jahr 1885 wurde Ihne als Mitglied in den neu formierten Beirat des Kunstgewerbe-Museums (KGM) berufen. Die Gründung des Museums war nicht zuletzt dem überaus starken Engagement von Viktoria und ihrem Mann zu verdanken. Viktoria hatte bereits 1865 eine Denkschrift über die Reorganisation des preußischen Kunstgewerbes nach englischem Vorbild veranlasst. Im Jahr 1867 wurde das Deutsche Gewerbemuseum zu Berlin gegründet und von Viktoria und ihrem Mann sowohl finanziell als materiell, mit der Überweisung von kunstgewerblichen Gegenständen aus dem Besitz der Hohenzollern, unterstützt.(36) Der gegenüber Viktoria äußerst kritische, einstige Reichskanzler Fürst Bülow charakterisierte Viktorias Bemühungen mit den Worten: "Für Kunstgewerbe hatte sie lebhaftes Interesse und zweifellos Verständnis und war nicht ohne Erfolg bemüht, in Berlin nicht nur die Möbel, sondern den ganzen Zuschnitt des Lebens in ihrer Weise zu zivilisieren." Maximilian Harden hingegen sprach davon, das Viktoria "zu unheilvollem Leben ein Kunstgewerbe erweckte" habe, das keinem Bedürfnis der Deutschen "von heute" entspräche und so habe sie gemeint "das Deutsch Reich britisch möblieren zu können."(37)

Das mit dem 1. April 1885 vollständig in Staatsbesitz übergegangene Museum wurde neu organisiert und ressortierte beim Kultusministerium. Der vom König auf zunächst drei Jahre ernannte 24-köpfige Beirat "aus dem Kreise der Kunstgewerbetreibenden, der Architekten und anderer Freunde und Kenner des Kunstgewerbes" sollte dafür Sorge tragen, dass die Verwaltung des Kunstgewerbe-Museums auf dem Laufenden der Verwaltung gehalten würde. Zudem sollte über die weitere Ausbildung und Nutzbarmachung des Instituts beraten werden. Ihne wurde als Architekt Beiratsmitglied (mit dem fachlichen Schwerpunkt Möbel) und kurze Zeit später auch Mitglied der Unterrichtskommission des KGM.(38) Ende 1886 wurde Ihne auch zum Mitglied der Sammlungskommission ernannt, worüber Kronprinz Friedrich gesondert informiert wurde.(39) Die Sammlungskommission traf sich normalerweise alle zwei bis sechs Wochen, um über neue Ankäufe zu debattieren und zu entscheiden.

Das Kunstgewerbe-Museum verfolgte den Zweck, "durch Sammlung von künstlerischen und kunstgewerblichen Mustern und Modellen, durch eine entsprechende Bibliothek, sowie durch eine kunstgewerbliche Unterrichts-Anstalt den Gewerbetreibenden die Hilfsmittel der Kunst und Wissenschaft zugänglich zu machen und ihnen Gelegenheit zur Erwerbung wissenschaftlicher und künstlerischer Fachbildung zu gewähren."(40) Der Beirat des Museums sollte sich mindestens halbjährlich treffen. Die Mitgliedschaft in der Unterrichtskommission führte auch automatisch zur Mitgliedschaft im Kuratorium der 1877 gegründeten "Kronprinz-Friedrich-Wilhelm-Stiftung für Stipendien am Deutschen Gewerbe-Museum."
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Beirat und Unterrichtskommission des KGM hatten sich auch mit einem Gedanken Kaiser Friedrichs III. und seiner Frau zu befassen, die einen eigenen Fonds zur Förderung des Kunstgewerbegedankens schaffen wollten. Nach der positiven Aufnahme dieser Idee und der hierfür erforderlichen Einstellung von Geld in den Staatshaushalt sollte als erste größere Aufgabe ein Autografenschrank für den Kaiser aus diesem Fonds bezahlt werden. Ihne entwarf diesen Schrank in Anlehnung an Formen von Münzschränken König Friedrichs II. unter Beteiligung des Geheimen Regierungsrats Dr. Robert Dohme (1845-1893).(41) Nach dem Tod Kaiser Friedrichs III. bekam Viktoria den Schrank von ihrem Sohn "geschenkt", musste die dafür ausstehenden Rechnung allerdings selbst bezahlen!

Viktoria war und blieb stets an der Entwicklung des Kunstgewerbes und des KGM interessiert. So war es geradezu selbstverständlich, dass sie am 21. November 1892 an der 25-Jahr-Feier des im Lichthof des von ihr mitinitiierten Kunstgewerbemuseums teilnahm.(42)
Das gleiche Interesse an der Entwicklung des Kunstgewerbes hatte auch Ihne, obwohl er die Kommissions- und Beiratssitzungen des KGM zunehmend seltener besuchte. So hörte er im Februar 1900 Vorträge des später berühmten belgischen Baumeisters und Kunstgewerblers Henry van de Velde und entwarf nicht näher überlieferte Überlegungen - vielleicht durch diese Vorträge angeregt - zur Weiterentwicklung des kunstgewerblichen Unterrichts. Dies läßt sich zumindest einem Brief des Architekten Otto March (1845-1913) an seinen Kollegen Hermann Muthesius (1861-1926) entnehmen: "Ihne sprach mir neuerlich von einem (von ihm ausgehenden?) Plan, eine Umgestaltung der kunstgewerblichen Lehrweise bei der Akademie d. Bauwesens oder Kunst beim Kaiser anzuregen, u. die Handwerkliche Werkstatt als Ausgangspunkt zu um(?)stellen. Ist das nicht genau Ihr Programm u. Ihre Aufgabe? Ihne steht ja der modernen Richtung, hauptsächlich allerdings in ihrer theilweisen Aufdringlichkeit, ziemlich schroff gegenüber, (...)."(43) Muthesius wurde 1904 als Mitglied des Beirats und in die Unterrichtskommission des Kunstgewerbe-Museums berufen und hatte somit auf institutionellem Weg Fühlung mit Ihne. Muthesius hatte sich während seines mehrjährigen Aufenthaltes in London als technischer Attaché der Deutschen Botschaft über das englische Kunstgewerbe und insbesondere über das Fachschulwesen in England eingehend unterrichtet.

Ihne blieb bis zu seinem Tod Mitglied des Beirats des Kunstgewerbe-Museums, doch war die Zeit seiner Aktivität und seines Einflusses spätestens mit der Berufung von Bruno Paul zum Direktor der Unterrichtsanstalt am Museum (1906/07) vorüber.

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Anmerkungen

(19) Zentralblatt der Bauverwaltung (=ZBv) Jg. 37 (1917), S. 243.

(20) Wilhelm II.: Aus meinem Leben. 1859-1888. Leipzig 6. Auflage 1927, S. 222. - (Oskar) von Chelius: Geschichte des Leib-Garde-Husaren-Regiments von 1885 bis 1890. Berlin 1890, S. 3. – Besuch Viktorias: Germania Nr. 125, 3.6.1888, 2. Blatt.

(21) Vossische Zeitung, Nr. 245, 26.5.1888, 3. Beilage. - Adolph Kohut: Erinnerungen an Ernst v. Ihne, in: Wiener Bauindustrie-Zeitung, Jg. 34 (15.6.1917), S. 217.

(22) Ihne (wie Anm. 4), S. 202. - Frdl. Mitteilung von Frau Dr. Perkow vom 7.3.1999.

(23) Friedhilde Krause: Baurat Anton Adams und der Neubau der Königlichen Bibliothek zu Berlin, in: Zentralblatt für Bibliothekswesen, Jg. 103 (1989), S. 317, Anm. 7; auch in einem Brief an Barbara Eggers v. 9.3.1995 (Kopie im Besitz von O.S.). - Friedrichs Blick für weibliche Schönheit z.B. beim Tagebucheintrag vom 6.7.1847, GStA PK, BPH Rep.52 Kaiser Friedrich III., Abt.F I, Nr.3 b Tagebücher 1846/47, Bl. 74-75.

(24) Wilhelm II.: Ereignisse und Gestalten 1878-1918. Berlin 1922, S. 144.

(25) Vossische Zeitung, Nr. 245, 26.5.1888, 3. Beilage.

(26) Oberhofmarschallamt (=OHMA) an Geheimes Zivilkabinett (=GZK), 12.6.1888, Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz (=GStA PK), I.HA Rep.89, Nr.3210, Bl. 198.

(27) Kronprinz Wilhelm an OHMA, (14.6.1888), GStA PK, I.HA Rep.89, Nr.3210, Bl. 200.

(28) GZK an Bodo Ebhardt, 19.5.1917, GStA PK, I.HA Rep.89, Nr.3211, Bl. 70.

(29) OHMA an GZK, 12.6.1888, GStA PK, I.HA Rep.89, Nr.3210, Bl. 198.

(30) OHMA an GZK, 25.1.1896, GStA PK, I.HA Rep.89, Nr.3211, Bl. 23-24.

(31) Eintrag 12.3.1888, GStA PK, BPH Rep.52 Friedrich III., Abt.F.III Nr.2 Journal des Flügeladjutanten, 1888, Bl. 1.

(32) Sabine Sense: Das adelige Gut Hemmelmark unter besonderer Berücksichtigung des Herrenhausneubaus von 1902-1904 (Magister-Arbeit an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel). Kiel 1989, S. 46-47.

(33) Vossische Zeitung, Nr. 245, 26.5.1888, 3. Beilage.

(34) Egon Caesar Conte Corti: Wenn ... . Sendung und Schicksal einer Kaiserin Graz u.a. 1954, S. 530; die kursiv gesetzten Teile des Tagebuchs von Viktoria hatte Corti gestrichen. Ich danke Frau Christine Klössel M.A. vom Archiv der Hessischen Hausstiftung für die Mitteilung der Textstelle.

(35) Hugo Freiherr von Reischach: Unter drei Kaisern. Berlin 1925, S. 172.

(36) Arden (wie Anm. 2), Kap. 4.6.3. Vgl. auch den Beitrag von Arnulf Siebeneicker: "Ein herrliches und harmonisches Ganzes" - Victoria und die Entwicklung der Berliner Museumslandschaft, in: Victoria von Preußen 1840-1901 in Berlin 2001, hrsg. vom Verein der Berliner Künstlerinnen 1867 e.V. Berlin 2001, S. 486 - 523.

(37) Bernhard Fürst von Bülow: Denkwürdigkeiten, Band 1. Berlin 1930, S. 539. – Maximilian Harden: Köpfe, Band 1, 45. Auflage. Berlin 1923, S. 73f.

(38) Zit. im Immediatbericht des Kultusministers (=Kul.Min.) Gossler, 31.3.1885, GStA PK, I.HA Rep.89, Nr.20482, Bl. 133-139, genehmigt durch Allerhöchsten Erlass vom 1.3.1885, ebda, Bl. 140; zeitliche Befristung nach dem Statutentwurf, ebda, Bl. 143-146, hier Bl. 144, Nr.4c. – Hochschule der Künste - Archiv (=HdK-Archiv), Best.7, Nr.339 Jahresbericht der Unterrichtsanstalt, Schuljahr 1885/86. Berlin 1886, S. 4. - Berufung in die Unterrichtskommission: KulMin. an Ministerium für Gewerbe und Handel (=MGuH), 12.5.1886 und Antwort am 6.6.1886, GStA PK, I.HA Rep.120 E VI Spez. Nr.1, Band 1.

(39) KulMin. an Kronprinz Friedrich, (6.12.1886), GStA PK, I.HA Rep.120 E VI Spez. Nr.1, Band 1. Zur Tätigkeit Ihnes vgl. die Protokolle der Sitzungskommission, ebda, Band 1 - Band 13.

(40) Handbuch für den preußischen Hof und Staat 1886/87, S. 86. - HdK-Archiv, Best. 7, Nr. 194 Stiftungen des Kunstgewerbemuseums; Ihnes einzige Erwähnung bezieht sich allerdings auf seine Abwesenheit bei der Kuratoriumssitung v. 14. August 1886. - HdK-Archiv, Best. 7, Nr. 118 Kronprinz-Friedrich-Wilhelm-Stiftung.

(41) Margarete Jarchow: Hofgeschenke. Wilhelm II. zwischen Diplomatie und Dynastie 1888-1914. Hamburg 1998, S. 45f., 135f.

(42) GStA PK, I.HA Rep.89, Nr.20483 Kunstgewerbemuseum Band 2, 1890-1901.

(43) Henry van de Velde: Geschichte meines Lebens. München 1962, S. 164-169. - March an Muthesius, 24.11.1900, Werkbundarchiv Berlin, Nachlass Muthesius, Korrespondenz Nr. 80; ich danke Michael Zajonz für diesen Hinweis.